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Apfelschnecken und Garnelen Diät - Muschelkrebse

Wirkliche "Plagen" hatte ich immer nur in biologisch instabilen Becken. Sobald da alles im Lot war, haben sich die Muschelkrebse von allein auf ein Minimum reduziert.
Nun hast Du von einem biologisch stabilen Becken mit Muschelkrebsen gehört. Staubfutter scheint Wunder auf den Bestand zu wirken.
Es gibt weltweit ca. 13.500 Arten Muschelkrebse, von denen nicht nur eine in Aquarien vorkommt. Das macht es leider nicht einfacher.

Davon abgesehen sind sie tolles Beschäftigungsfutter für Fische jeder Art.
Ich habe schon mit einem kleinen Trupp Endlers geliebäugelt. 20l sind mir für Fische dann doch etwas zu nahe an der Tierquälerei, weshalb eine biologische Bekämpfung für mich unter den gegebenen Umständen nicht als sinnvoll erscheint.
 
Soeben habe ich mit einem feinmaschigen Garnelenkescher knapp eine Stunde lang ordentlich Unruhe betrieben. Hunderte von den Viechern sind jetzt im Eimer mit 30° warmen Wasser gelandet, von denen nur ganz wenige noch schwimmen. Vielleicht ist die Temperatur der Schlüssel zur Bekämpfung in 20l. Der Eimer steht jetzt unter Beobachtung.

Luft scheint Ostrakoden nicht zu bekommen. Ich habe den Eindruck, als ob ein kurzer Aufenthalt außerhalb von Wasser zumindest für eine längere Inaktivität sorgt.
 
Eimer mit 30° warmen Wasser gelande
Meine lieben das warme Wasser leider, im Sula Becken fühlen sie sich Puddel wohl.
Extra ein neues Becken eingefahren für die Tylos da diese sehr darunter leiden und hab mir scheinbar in den Schnecken welche mit ins neue Becken geschleppt selbes spiel.
 
Extra ein neues Becken eingefahren für die Tylos da diese sehr darunter leiden und hab mir scheinbar in den Schnecken welche mit ins neue Becken geschleppt selbes spiel.
Angeblich findet man sogar an Garnelen angeheftete Ostrakodeneier. Schnecken dürften dann eine vergleichsweise tolle Ablagefläche sein. Mit durchschnittlich 7 Häutungen von der Larve bis zum adulten Tier mit nur 1mm Größe kann man sich vorstellen, wie winzig frisch geschlüpfte Larven sind. Mit dem bloßen Auge nicht oder nur sehr schwer erkennbar. Eier und Larven können also ganz schnell und unbemerkt eingeschleppt werden. Sogar Parthenogenese ist bei Muschelkrebsen nicht unüblich. Eine Larve reicht ggf. schon für eine Population. Der nächste Horror sind die Dauereier. Wenn an irgend einem Aquarienwerkzeug auch nur ein Ei klebt, kann es in ein anderes Aquarium gelangen...

Sollte ich das Experiment mit einem neuen Aquarium ohne Bodengrund starten, werde ich täglich nach Muschelkrebsen nachsehen müssen, damit kein einziges Exemplar alt genug für die Eiablage werden kann. Nur so ist der Kampf voraussichtlich zu gewinnen. Das wird eine Sisyphosarbeit.

Das faszinierende an der ganzen Geschichte ist, wie erfolgreich Ostrakoden sind. Sie treten weltweit seit zig millionen Jahren in allen Gewässern auf und sind in vielen Versteinerungen zu finden. Ostrakodenfossilien werden sogar zur Altersbestimmung anderer Fossilien genutzt.

/edit
Einige Ostrakodenarten lassen ihre Eier wie Garnelen am Körper reifen.
 
Die meisten aquatischen Lebewesen sind nicht so schnell mit Luft zu beeindrucken.
Muschelkrebse machen erstmal "dicht". Kann man schön unter dem Mikroskop sehen, wie sie ihre beiden "Schalenhälften" zusammenklappen. Irgendwann reicht das dann auch nicht mehr und auch sie werden .... äh.... final inaktiv.

Ich habe ein wenig meinen Frieden mit ihnen gemacht und nehme sie als Maßstab für mein Fütterverhalten und Beckenhygiene. Wie @Wolke konnte ich feststellen, dass sie von alleine weniger werden / sich die Population auf ein für alle Parteien erträgliches Maß einpendelt, wenn ein Becken stabiler läuft. Und in meinem leider nicht stabilen Becken sorgen die Fische für Populationsbegrenzung.
 
So richtig bei mir zur "Geltung" gekommen sind sie, als ich wegen der frisch geschlüpften Garnelen vermehrt Staubfutter verwendet habe, was ziemlich klar für eine filtrierende Art spricht. Bis dahin habe ich immer nur einzelne Exemplare gesichtet. Mein Aquarium läuft sehr rund und seit Monaten ohne sichtbare Algen. Die Anubiasblätter glänzen wie ein Babypopo.

Muschelkrebse können bauartbedingt sogar den Verdauungstrakt von Fischen überleben. Kleine erfolgreiche zähe Biester. Wenige Sekunden Trockenheit sorgt bei meinen Viechern schon für stundenlange Inaktivität in Wasser. Den Versuch werde ich nächste Woche etwas akribischer angehen. Ob mir es etwas nützen wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Meinen Forscherdrang haben sie jedenfalls zu packen bekommen. Und wenn ich erstmal ein Ziel habe, dann Gnade dem Objekt Gott. :D
 
Exakt - mit Staubfutter kann ich bspw. vor Urlauben meine MK-Populationen etwas pimpen. Gerade weil sie den Verdauungstrakt von Fischen u.U. lebend überstehen, ist das quasi eine selbsterhaltende Quelle für Minimalfutter und Beschäftigung während meiner Abwesenheit. :)
 
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