Get your Shrimp here

Afrikanischer Einsiedlerkrebs

das sind ja hübsche Tierchen. Also an die Rennschnecken gehen sie nicht wirklich, aus Neugierde ja, aber sie lassen doch recht schnell wieder von ihnen ab.

LG

Kerstin
 
Hi ihr,

hab grad meine abonnierten Themen durchgeschaut und mich dabei erinnert, dass ich euch noch einen kurzen Bericht über die 10 Hotzenplotze geben wollte, die seit dem 19. April bei mir wohnen.

Also dank der Infos auch hier im Forum hatte ich schon im Vorfeld Tylomelania-Häuschen verschiedener Größen besorgt und war deshalb guter Dinge, dass die Einsiedler immer passende Behausungen finden würden. Tatsächlich sind einige gleich nach dem Einzug wieder umgezogen :) - allerdings überraschenderweise in leere Turmdeckelschneckenhäuschen, die zuhauf in meinen Aquarien rumliegen. Witzig find ich auch den Ordnungssinn der Krebserln: Die leeren Häuser liegen alle jeweils in einer bestimmten Ecke, und wenn einen Krebs die Übersiedlungslust packt, läuft er dorthin, sucht sich was Passendes aus, und flugs ist er schon in der neuen Wohnung.

Meine Hotzenplotze (sie schauen wirklich ein bissl so aus wie ich mir den Räuber H. vorstell) wohnen je zu fünft im Hawaiigarnelenbecken und im Filterbecken für das Schlammspringerterrarium. In diesen Aquarien wachsen Fadenalgen, und die essen die Einsiedlerkrebse mit Begeisterung. Darüber hinaus bekommen sie hin und wieder TabiMin-Tabletten, Graspellets und Spirulinaflocken.

In beiden Becken wohnen auch Rennschnecken und TDS, aber ich konnte noch nicht beobachten, dass die Krebse eine lebende Schnecke attackiert hätten, um an ihr Haus zu gelangen.

Hier geht's zu Vorstellungsseite.

Vielen Dank bei der Gelegenheit an all die netten Tylo-Häuser-Angebote von Forenmitgliedern. Ohne entsprechenden Vorrat könnt ich nicht so gut schlafen.

Ja, und überhaupt: Toll, dass es diesen Thread gibt! Ohne ihn wäre ich nicht so schnell auf diese entzückenden Krebse aufmerksam geworden. Auch da ein Dankeschön an Cheecat ;)

Liebe Grüße
Linda
 
Hallo Linda,

schön zu lesen, dass bei dir inzwischen 10 muntere Einsiedler rumwuseln.

Bei mir läuft derzeit noch die "Beschaffungsphase". Ich versuche derzeit, die Tiere über einen Händler hier in der Stadt zu bekommen. Wenn das nichts wird, werd ich sie wohl über einen Onlineshop bestellen müssen. Ich habe einen gefunden, der Aftrikanische Einsiedlerkrebse anbietet. Bezüglich Aquaristikmessen sieht es bei uns in der Gegend leider schlecht aus.
 
Hallo Andrea,

das ging aber flott :)

Ja, auch bei uns in Wien ist es nicht so einfach, Clibanarius africanus zu bekommen. Ich hab aber das Glück, dass der Händler, bei dem ich den Großteil meiner Rennschnecken gekauft hab, die Bestellung entgegengenommen und die Krebse selber bei einem deutschen Importeur besorgt hat. Ich hab sie dann zum vereinbarten Termin nur mehr auf einer Tauschbörse abholen müssen.

Diese Einsiedler sind ausgesprochen robust, der Erwerb im Internetversandhandel wird deshalb auch kein großes Risiko sein.

Ich wünsch dir, dass du deine Krebserln bald bekommst und kann dir nur sagen: Die Entscheidung wirst net bereuen :)

Liebe Grüße
Linda
 
Hi ihr,

von den Krebserln bin ich ja nach wie vor begeistert, allerdings hab ich jetzt doch schon das Problem, dass selbst 6 cm lange Tylomelania-Häuschen dem einen oder anderen Einsiedler zu klein sind.

So hab ich gestern einen beobachtet wie er eine Rennschnecke sekkiert und sogar ein Stück vom Operculum abgebrochen hat. Wär ich nicht dazwischen gekommen kann ich mir vorstellen hätte er die Schnecke gewaltsam aus ihrem Haus entfernt

Die Rennschneckenhäuser sind zwar nicht länglich (das ist angeblich die von den Einsiedlern bevorzugte Hausform), haben aber eine große Öffnung, und das hat dem Krebs offenbar gefallen. Gott sei Dank hab ich alle Häuschen aufgehoben (bei meinen ersten Rennschnecken gab's seinerzeit ja leider heftige Ausfälle), und die hab ich noch gestern auf die zwei Clibanarius-Becken aufgeteilt. Heute in der Früh war eins schon bewohnt.

Die Moral von der Geschicht: Die Einsiedler sind zwar friedlich, aber wenn's um eine neue Wohnung geht kennen sie nix.

Am 7. Juni ist die Exotica in Wr. Neustadt, da hoff ich, ein paar passende Schneckenhäuser zu finden. Ansonsten muss ich nach Alternativen suchen. Tipps hab ich hier eh schon bekommen (danke :)).

Andrea, was gibt's denn bei dir Neues an der Einsiedlerfront? Hast deine Krebserln schon bekommen?

Liebe Grüße
Linda
 
Hallo Linda,

gut zu hören, dass die Rennschnecks nocheinmal davon gekommen sind.

Bei mir gibt es noch nicht viel Neues, außer dass ich bereits einen Vorrat an potentiellen (Im)mobilien für die Krebse besorgt habe. Ein Geschäft (Names NanuNana) hatte Netze mit Muscheln und Schneckenhäusern. Da hab ich mal 3 Netze mitgenommen, in der Hoffnung, da wird genug Auswahl dabei sein.

Der Händler, bei dem ich die Anfrage gestartet hatte, hat noch keine Infos. Daher werd ich die Kleinen wohl übers WWW ordern, was aber erst Anfang Juli sein wird, da ich im Juni 2 Wochen im Urlaub bin und somit kein Auge auf die Neuankömmlinge haben könnte.
 
Hi ihr,

es wird Zeit, den alten Thread wieder auszugraben. Nach 9 Monaten möcht ich einen kurzen Zwischenbericht geben.

Vorweg: Die Hotzenplotze empfind ich nach wie vor als interessante Aquarienbewohner, allerdings mit ein paar Abstrichen was ihre Verträglichkeit angeht - sowohl innerartlich als auch gegenüber Mitbewohnern. Was sie an Eßbarem erwischen wird auch gefressen.

Die Erfahrung, dass sie - wenn's drauf ankommt - auch nicht davor Halt machen, lebenden Schnecken ihr Haus zu rauben, hab ich bereits geschildert. Tierisches Eiweiß steht auch auf dem Speiseplan von Clibanarius africanus. Ich hab versucht, den Bedarf mit Mückenlarven zu decken (die roten Larven von Chironomus halten im Salzwasser auch sehr gut), trotzdem hab ich einen erwischt als er eine meiner bereits recht betagten Goldringelgrundeln verfolgt und sie in den Schwanz gezwickt hat. Das war der Grund, die Krebse in zwei Artbecken zu übersiedeln. Bei einer kürzlich notwendig gewordenen Neueinrichtung des Hawaiigarnelenbeckens hab ich auch festgestellt, dass die Nelen etwas weniger geworden sind. Also ist die Vergesellschaftung der doch recht groß werdenen Einsiedlerkrebse mit anderen Aquarienbewohnern nicht so ung'schaut zu empfehlen.

Als Fadenalgenvertilger waren die Hotzenplotze vor allem anfangs im Hawaiigarnelenbecken unschlagbar. Als sie mit den Fadenalgen fertig waren, musste ich ihnen Ersatzfutter bieten, aber das hat sich als heikle Sache erwiesen: Auf Futtertabletten etwa waren sie dermaßen wild, dass sich oft 3 Krebse um ein Stückerl gestritten haben und dabei weitere Futterstücke gar nicht beachtet haben.

Ähnlich aggressiv geht es zu, wenn ein Häuschenwechsel ansteht. Meist wird um ein Haus gerauft, während zwei Zentimeter daneben eines genau der gleichen Bauart und Größe liegt :rolleyes:. Mit länglichen Tylomelania-Häusern ist schon seit Monaten kein Auskommen mehr, glücklicherweise hab ich aus dem Fundus eines befreundeten Meerwasseraquarianers eine Menge Schneckenhäuser bekommen, die von den Krebsen auch angenommen werden. Angebote von NanuNana oder auf den Börsen waren zumindest bei uns in Österreich unbefriedigend.

Die Reibereien zwischen den Einsiedlern haben dazu geführt, dass von den ursprünglich 10 nur mehr 6 Krebse bei mir wohnen, und die sind aufgeteilt auf zwei 54 Liter-Becken. Das wenigstens funktioniert jetzt schon wieder ein paar Monate lang recht gut.

Zum Futter noch eine Anmerkung: Wie schon erwähnt waren meine Clibanarius anfangs sehr nützliche Fadenalgenesser. Die mit der Zeit notwendig gewordene zusätzliche Fütterung mit Futtertabletten hat sie dann allerdings wählerisch gemacht: Statt der Fadenalgen haben sie schließlich meinen gesamten Caulerpabestand im Schlammspringer-Gezeitenausgleichsbecken vernichtet. Der hat sich bis heute nicht wieder erholt.

Zusammenfassend möcht ich sagen, dass Clibanarius africanus - ich wiederhol mich :D - ein interessanter Pflegling für ein gut strukturiertes Artbecken ist. Salinitätsschwankungen werden naturgemäß prima vertragen, und auch sonst sind die Krebse nicht wirklich heikel. Achtet man auf ihre Ansprüche in Bezug auf das stets verfügbare Angebot an passenden Schneckenhäusern, wird man sicher Freude haben an den wilden Hotzenplotzen.

Liebe Grüße
Linda
 
Hallo Linda,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Bei mir wohnen noch keine Einsiedlerkrebse, obwohl eigentlich nach dem Sommerurlaub an der Ostsee deren Einzug geplant war. Allerdings hatte ich an der Ostsee einiges über Krebse und anderes Meeresgetier gelernt, und zwar in der Meeresbiologischen Station Laboe. Unter anderem halt auch, dass Krebse durchaus kanibalistisch veranlagt sind, wenn zu viele an einem Ort leben und sie sich nicht aus dem Weg gehen können. Da bei mir nur 30L Brackwasser zur Verfügung stehen und derzeit kein Platz für ein weiteres größeres Becken ist, können somit erst mal keine der niedlichen Gesellen bei mir einziehen.

Du schreibst, dass in deinem Schlammspringerbecken Caulerpa wächst bzw. wuchs. Ab welcher Salinität gedeit diese Pflanze? Ich suche nämlich noch etwas Grünes für das 30L-Brackwasserbecken, in dem seit einiger Zeit 10 rote Nashorngarnelen leben. Ich dachte da evtl. an Caulerpa taxifolia, da ich diese auch im lokalen Zoogeschäft bekommen könnte. Allerdings hab ich derzrit nur eine Salinität von 1,010 (geplant sind 1,015)
 
Hallo Andrea,

C. taxifolia soll recht anspruchslos sein, mit der hab ich aber keine Erfahrung. Meine Federcaulerpa (die ich seinerzeit als taxifolia gekauft hatte, ist aber C. sertularoides) ist ein bisschen heikler, gedeiht aber grundsätzlich auch 1.019 (wenn sie nicht von den Hotzenplotzen gefressen wird ;)).

Sehr gute Erfahrungen hab ich mit Caulerpa serrulata gemacht, die hält jetzt sogar den Einsiedlern stand. Die Salinität geht da schon auch manchmal auf 1.015, aber das schwankt schon ziemlich.

Weil du von den Nashorngarnelen sprichst: Die hatten mit mir (und meinen stark gesalzenen Brackbecken) kein Glück. Ich hab mir mal welche für ein 54 Liter-Aquarium gekauft, in dem Hawaiigarnelen und Turmdeckelschnecken gewohnt haben und das mit etwa 2,5% Salinität ähnlich brackig war wie meine Schlammspringerbecken. Innerhalb weniger Monate sind nach und nach alle Nashörndln gestorben. Es könnt zwar auch der nicht grad üppige Schwimmraum schuld gewesen sein, ich glaub aber eher, dass es am Salzgehalt gelegen hat.

Als echte Sumpfpflanzen, die geradezu halophil sind (also Salz nicht bloß aushalten, sondern mögen), hab ich Cryptocoryne ciliata kennengelernt.

Leider sind sie im stationären Handel (bei uns zumindest) so gut wie nicht zu bekommen. Die im Internethandel erhältlichen Pflanzen sind in Süßwasser gezogen und brauchen halt eine Zeitlang um sich an Salzwasser zu gewöhnen.

Mit einer Dichte von 1.010 - 1.015 (also etwa 2 bis 2,5% Salinität - genau sagt's dir der Aqua-Calculator, den du dir hier herunterladen kannst) kommen sie jedenfalls gut zurecht. Ich wollt dir jetzt ein paar Fotos zeigen, hab die allerdings nicht auf meiner Website geladen. Vielleicht klappt's mit denen aus einem Beitrag im Biotopforum oder mit dem direkten link zu einem davon. Emers erreichen diese Wasserkelche ohne weiteres 50 cm. Submers werden sie nicht gar so groß, wachsen aber nach der Eingewöhnungszeit prima.

Liebe Grüße
Linda
 
Hallo Linda,

die Cryptocoryne ciliata hatte ich mir auch schon angesehen. Allerdings haben wir hier ebenfalls das Problem, dass diese Pflanze in den Zoogeschäften hier nicht zu bekommen ist und auch nicht auf der Liste der Pflanzen steht, die über einen Großhändler bezogen werden können.

Beim Kauf über das Internet besteht da das Problem, dass es sich bei mir nicht lohnt, diese Pflanze zu bestellen sofern nicht genügend andere Sachen dazu kommen.

Ich dachte immer, eine Dichte von 1,010 g/l = 10% Salinität bei 25°C. Der AquaCalculator rechnet das irgendwie nur in psu um. Da wären es bei mir aktuell 17,32 psu.

Die Fotos kann ich mir leider nicht anschauen, da dafür ein Login nötig ist.

Zu den Nashorngarnelen hatte ich hier mal einen Thread eröffnet. Bis jetzt geht es den 10 Nashörnern gut.
 
Hallo Andrea,

ja, die Wimpernkelche hab ich zuletzt auch nur über's Internet bekommen. War inklusive Versandkosten nicht grad ein Geschenk, aber dafür hab ich statt der gedachten 8 Stück 8 Töpfchen bekommen, wo in jedem 4-5 Pflanzerln drinnen waren. Den Überschuß hab ich auf meiner Website angeboten und bin ihn rasch losgeworden.

Ich dachte immer, eine Dichte von 1,010 g/l = 10% Salinität bei 25°C. Der AquaCalculator rechnet das irgendwie nur in psu um. Da wären es bei mir aktuell 17,32 psu.
Na ja, die Dichte wird in Gramm pro cm³ (also Masse pro Volumen) angegeben. Die Salinität in % bezieht sich nur auf die Masse, d.h. 10 g Salz pro kg Wasser entsprechen einer Salinität von 1%. Das ist halt eine fixe Relation, während die Dichte auch vom Luftdruck und von der Temperatur abhängt. Beim Ansetzen des Wassers verlass ich mich deshalb nicht auf das Aräometer, sondern auf die Küchenwaage. (Aber beim Brack ist es eh net heikel, es geht hier nur darum, dass wir alle vom Selben sprechen.)

PSU ist laut Wiki die jetzt gebräuchliche Einheit für die Salinität, man kann den Wert vereinfacht aber auch als Promillesatz interpretieren. Das passt zumindest bei Werten ab 20 psu, deshalb ist mir die nicht nachvollziehbare Angabe des Aqua Calculator bei z.B. 1% Salinität bisher nicht aufgefallen.

Die Fotos kann ich mir leider nicht anschauen, da dafür ein Login nötig ist.
Ja, das hab ich befürchtet. Im Anhang findest die Originale. Und dann noch eins von einer submersen Pflanze im Wasserteil des jetzigen großen Schlammspringerbeckens.

Zu den Nashorngarnelen hatte ich hier mal einen Thread eröffnet. Bis jetzt geht es den 10 Nashörnern gut.
Ja, diesen Thread verfolg ich eh mit Interesse. Nur kann ich halt nicht viel beitragen, weil ich bei diesen Tieren absolut erfolglos geblieben bin.

Die ersten paar Wochen meiner Nashörnchen hab ich 2008 auch im biotop dokumentiert, den Faden dann aber abreißen lassen als die Nelen nach und nach gestorben sind - trotz guter Wasserwerte und ausreichend Futter. Ich weiß einfach nicht, warum :(

Dir wünsch ich mehr Erfolg und deinen Nashorngarnelen ein langes und gesundes Leben :)

Liebe Grüße
Linda
 

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Hallo,
ich möchte mir demnächst auch 3 (oder vllt auch mehr?) dieser Krebse zulegen, die dann in mein 60ger Becken ziehen sollen.

Welches Salz benutzt man nun am Besten zum Aufsalzen?
Bei Krankheiten von meinen Guppys oder Axolotl salze ich das Wasser mit handelsüblichen Geschirrspühlmaschinensalz auf - reines Salinensalz, ohne Jod oder sonstigen Zusätzen.
Kann ich dies auch für das Brackwasserbecken nehmen oder muss es das teure Meersalz aus dem Aquaristikladen sein?
Und wie sieht das mit dem WW aus? Wenn ich zB 1 Liter Wasser wechsel muss ich auch 1 Liter Leitungswasser + zb 8g Salz nachfüllen. Aber was ist mit dem verdunsteten Wasser? Kann ich dies mit normalen Leitungswasser auffüllen oder muss ich auch hier Salz untermischen?

Ich würde die Krebse aus einem Internet Shop bestellen - soll ich sie erst in Süßwasser setzen und dann mit ihnen das Wasser auf 8 bis 10g/L aufsalzen oder können die auch gleich ins aufgesalzene Wasser? Immerhin sollen sie ja recht immun gegen Salzschwankungen sein...
Und muss das Becken wirklich 8 Wochen vor Besatz einlaufen?
Meinen bisherigen Becken habe ich keine Einlaufphase gegönnt und auch keine Verluste verzeichnet. Wasserwerte teste ich ebenfalls nicht regelmäßig und wenn, dann nur mit leicht ungenauen Teststreifen zum groben 'Überblick'.

Wie sieht das mit 'Mitbewohnern' aus?
Ich habe eine Geweihschnecke (Clithon sp.), eine Rennschnecke und 2 Militärhelmschnecken. Für die Aufzucht benötigt man für die Militärhelmschnecke ebenfalls Brackwasser, soweit mir bekannt ist - somit könnte ich diese Schnecken doch dann auch dauerhaft im Brackwasser halten, oder?
Ich würde die Schnecken dann in einem extra 12L Becken (nur mit ein paar Liter Wasser befüllt) täglich mit 1g Salz an ihr neues Wasser gewöhnen bis ich die 8g/L erreicht habe und dann umsetzen. Wieviel 'Gewöhnungswasser' sollte das mindestens sein? Immerhin bräuchte ich bei einem Liter Wasser nur 8 Tage, um die 8g/L zu erreichen, wohingegen bei 5 Litern 40 Tagen von nöten wären und somit die Umstellung ja extrem schonend voran gehen würde, aber dafür auch umso länger dauert... Oder könnte ich auch einfach mehr Gramm pro Tag ins Wasser befördern?

So,... mehr fällt mir grad nicht mehr ein ;)
LG funnychin
 
Hi!
Welches Salz benutzt man nun am Besten zum Aufsalzen?
Bei Krankheiten von meinen Guppys oder Axolotl salze ich das Wasser mit handelsüblichen Geschirrspühlmaschinensalz auf - reines Salinensalz, ohne Jod oder sonstigen Zusätzen.
Kann ich dies auch für das Brackwasserbecken nehmen oder muss es das teure Meersalz aus dem Aquaristikladen sein?
Für therapeutische Dosen bei Süßwasserfischen reicht Kochsalz, ja. Für ein Brackwasserbecken würd ich's nicht nehmen, die Salzzusammensetzung ist doch eine ganz andere. So teuer ist das Meersalz im Aquaristikladen nicht, außerdem gibt's unterschiedliche Preiskategorien, und in diesem Fall genügt auch ein billiges Produkt. Ich verwend bspw. in allen Brack- und Meerwasserbecken Instant Ocean - nur weiß ich nicht, ob es das auch in kleineren Gebinden gibt als die von mir verwendeten 25 kg-Kübel um ca. 45 Euro.

Das Wechselwasser muss natürlich auch aufgesalzt sein. Verdunstetes Wasser ergänz ich mit Leitungswasser, die besonders Genauen machen das mit entsalztem Wasser. Dann bleibt der Salzgehalt jedenfalls auf längere Sicht halbwegs konstant. Ich hab bei meinen Brackbecken Markierungen angebracht, bis zu denen der Wasserstand (jedenfalls vor dem WW) reichen sollte. Ansonsten ist die billigste Methode zu kosten, die etwas weniger billige eine Aräometerspindel zu verwenden. Brackwassertiere sind jedenfalls generell nicht heikel was den Salzgehalt und dessen Schwankungen betrifft, aber das weißt du ohnehin. Da geht's nur drum, die allenfalls auftretende schleichende Versalzung zu verhindern.

Um die Schnecken würd ich mir weniger Sorgen machen. Von Clithon weiß ich's nicht aus eigener Erfahrung, aber Neritinas sind, wenn sie ansonsten gesund und kräftig sind, in Bezug auf den Salzgehalt nicht anspruchsvoll. Rennschnecken gewöhn ich über Nacht von reinem Süßwasser (in dem sie üblicherweise bei den Händlern gehalten werden) an eine Salinität von bis zu 2,5%, je nachdem, in welchem Becken sie dann wohnen werden. Bei den Einsiedlerkrebsen hab ich es auch so gemacht und hatte da keine Verluste.

Nur bin ich skeptisch was die Vergesellschaftung der Schnecken mit Clibanarius africanus angeht. Ich hab das auch versucht, aber diese Einsiedlerart ist recht ruppig, und es kann schon vorkommen, dass ein übersiedlingsfreudiger Krebs eine Neritina ganz einfach zwangsaussiedelt. Das Gleiche gilt übrigens für Artgenossen. Ich hab jede Menge Schneckenhäuser zur Verfügung gestellt, aber die Krebs wollten immer just die, in denen schon ein andere gewohnt hat.

Im Lauf der Zeit hjaben sich die Krebse auf diese Weise gegenseitig dezimiert, von meinen ursprünglich 10 Hotzenplotzen ist jetzt nur mehr einer übrig. Er bewohnt mittlerereile ein Schneckenhaus von der Größe einer ausgewachsenen Weinbergschnecke und hat jetzt ein 54 Liter-Becken ganz für sich alleine, nachdem er die 2 Artgenossen, die zuletzt mit ihm in dieses Aquarium übersiedelt waren, in den Einsiedlerkrebshimmel befördert hatte. Von der Verträglichkeit her würde ich diese Art nur mehr in einer kleinen Gruppe von max. 5 Tieren in einem Artenbecken mit mindestens 100 Litern halten. Und wär trotzdem nicht sicher, dass nach ein paar Jahren nicht nur einer übrig bleibt.

Das ist zumindest meine Erfahrung. Es wär interessant, was die anderen hier sagen, die den Ostafrikanischen Brackwassereinsiedler halten.

Zurück zum Aufsalzen. Über dieses Thema gibt's hier schon genügend Diskussionsbeiträge, da müsstest halt nachlesen.

Ich bin auch keine Freundin von Einfahrrezepten nach Kochbuch. Aber je nach Salinität sind es andere Bakterienarten, die sich um den Eiweißabbau kümmern. Unsere im Süßwasser werkenden Nitrosomonas und Nitrobacter vertragen nur wenig Salz. Da hilft's nichts, etwa Filterschlamm aus einem laufenden (Süßwasser-)Becken einzubringen. Es dauert im Brack eine Weile, bis sich das Gleichgewicht eingestellt hat. Wenn das Becken neu eingerichtet ist, dann ist wenigstens kein Massensterben der Mikroflora- und Fauna zu befürchten.

Mag aber sein, dass eine Salinität von bloß 0,8% in der Hinsicht noch nicht problematisch ist. Da fehlt mir die Erfahrung.

lg
Linda
 
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