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Vorticella Befall & Austausch

JuliaKatharina

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Hallo zusammen,

ich habe in meinem eingefahrenen 27-l-Nano-Becken mit Neocaridina leider schon seit Längerem einen deutlichen Vorticella-Befall. Anbei das Bild einer stärker befallenen, tragenden Garnele.

Aktuell behandle ich vorsichtig mit 3 % H₂O₂: gestern zunächst mit 4 ml auf 27 l. Da die Garnelen und auch die Babys die Dosis problemlos vertragen haben, der Befall aber weiterhin besteht, möchte ich nach 48 Stunden eine zweite Behandlung mit 7 ml durchführen und anschließend beobachten, wie sich der Befall entwickelt. Zusätzlich füttere ich sehr sparsam und mache aktuell 2× wöchentlich etwa 40 % Wasserwechsel.

Welche Behandlung hat bei euch zuverlässig geholfen und welche Erfahrungen habt ihr mit H₂O₂ gemacht?

Viele Grüße
Julia


IMG_3692.jpeg
 
Hallo Julia,
schau mal in den Garnelenhaus-Wiki-Artikel von Ulli Bauer zu
Glockentierchen
Da wird empfohlen die Keimdichte zu senken, um die Glockentierchen auszuhungern.
Also großzügige Wasserwechsel + die Garnelen sparsam füttern.
lg Zinni
 
Hallo Julia,
schau mal in den Garnelenhaus-Wiki-Artikel von Ulli Bauer zu
Glockentierchen
Da wird empfohlen die Keimdichte zu senken, um die Glockentierchen auszuhungern.
Also großzügige Wasserwechsel + die Garnelen sparsam füttern.
lg Zinni
Danke dir, Zinni – der Artikel ist wirklich gut und erklärt die Grundlagen verständlich.
Ich kann aber aus meiner eigenen Erfahrung nicht bestätigen, dass Vorticella harmlos sind.

Bei einem stärkeren Befall schwächen sie Garnelen deutlich. Ich konnte das sehr klar am Verhalten meiner Tiere sehen: Rückzug, verminderte Aktivität und in einzelnen Fällen sogar Todesfälle. Auch wenn Vorticella theoretisch nur auf der Cuticula sitzen, führt eine starke Besiedelung praktisch dazu, dass die Häutung erschwert wird und die Tiere unter Dauerstress stehen.

Das reine „Aushungern“ reicht bei mir deshalb nicht aus. Trotz niedriger Keimlast bekomme ich sie nicht vollständig weg. Hinzu kommt, dass ich viele tragende Weibchen habe die sich lange nicht häuten können. Genau deshalb ergänze ich meine Maßnahmen jetzt vorsichtig mit Wasserstoffperoxid, um die Keimlast weiter zu senken. Ich beobachte die Tiere dabei genau und hoffe, dass sich der Befall damit endlich stabil zurückdrängen lässt.
 
Auch wenn Vorticella theoretisch nur auf der Cuticula sitzen, führt eine starke Besiedelung praktisch dazu, dass die Häutung erschwert wird und die Tiere unter Dauerstress stehen.
..... bei starkem Befall können sie auch in den Kiemen sitzen, das könnte die Todesfälle erklären. Es kommt jedoch noch was dazu, so ein starker Befall kommt nicht von ungefähr, der muß ernährt werden. Es wird also mehr gefüttert als die Garnelen verzehren, dieser Überschuss wird von der Biologie des Becken umgesetzt und ernährt die Vorticella. Mir würden zusätzlich noch Kurzbäder mit Salz einfallen, um die stark befallenen Tiere zu erleichtern. Für Scutariella nimmt man 11 Gramm jodfreies Kochsalz auf 500cm³ Wasser und setzt die befallenen Garnelen hinein, die Würmer fallen dann ab, nicht länger als 30 Minuten kurzbaden und dabei bleiben um im Notfall einschreiten zu können. Das sollte hier auch funzen.
 
Hallo Julia,
schau mal in den Garnelenhaus-Wiki-Artikel von Ulli Bauer zu
Glockentierchen
Da wird empfohlen die Keimdichte zu senken, um die Glockentierchen auszuhungern.
Also großzügige Wasserwechsel + die Garnelen sparsam füttern.
lg Zinni
Ja super, vielen Dank Zinni der Artikel ist gut. So ganz harmlos wie dort beschrieben sind die Vorticella allerdings nicht, bei stärkerem Befall schwächen die die Garnelen schon sehr stark bis hin zu einzelnen Todesfällen. Trotz niedriger Keimlast werde ich sie nicht ganz los. Deshalb probiere ich es jetzt zusätzlich mit Wasserstoffperoxid.
..... bei starkem Befall können sie auch in den Kiemen sitzen, das könnte die Todesfälle erklären. Es kommt jedoch noch was dazu, so ein starker Befall kommt nicht von ungefähr, der muß ernährt werden. Es wird also mehr gefüttert als die Garnelen verzehren, dieser Überschuss wird von der Biologie des Becken umgesetzt und ernährt die Vorticella. Mir würden zusätzlich noch Kurzbäder mit Salz einfallen, um die stark befallenen Tiere zu erleichtern. Für Scutariella nimmt man 11 Gramm jodfreies Kochsalz auf 500cm³ Wasser und setzt die befallenen Garnelen hinein, die Würmer fallen dann ab, nicht länger als 30 Minuten kurzbaden und dabei bleiben um im Notfall einschreiten zu können. Das sollte hier auch funzen.
Du meinst 30 Sekunden in einem Salzbad, richtig?
 
..... bei starkem Befall können sie auch in den Kiemen sitzen, das könnte die Todesfälle erklären. Es kommt jedoch noch was dazu, so ein starker Befall kommt nicht von ungefähr, der muß ernährt werden. Es wird also mehr gefüttert als die Garnelen verzehren, dieser Überschuss wird von der Biologie des Becken umgesetzt und ernährt die Vorticella. Mir würden zusätzlich noch Kurzbäder mit Salz einfallen, um die stark befallenen Tiere zu erleichtern. Für Scutariella nimmt man 11 Gramm jodfreies Kochsalz auf 500cm³ Wasser und setzt die befallenen Garnelen hinein, die Würmer fallen dann ab, nicht länger als 30 Minuten kurzbaden und dabei bleiben um im Notfall einschreiten zu können. Das sollte hier auch funzen.
Danke dir für deine Einschätzung! Bei der Fütterung bin ich tatsächlich sehr sparsam und sauge beim Wasserwechsel regelmäßig Mulm und Kot ab.
Ich habe mir die Vorticella ursprünglich mit befallenen Garnelen von einem Züchter eingeschleppt und seitdem hält sie sich leider hartnäckig. Soweit ich weiß, kann Vorticella nach einer Einschleppung durchaus hartnäckig bleiben, ohne dass zwangsläufig zu viel gefüttert wird. Biofilm und Bakterien lassen sich in einem Garnelenbecken ja auch nicht komplett vermeiden – und sollen es eigentlich auch gar nicht.
 
..... bei starkem Befall können sie auch in den Kiemen sitzen, das könnte die Todesfälle erklären. Es kommt jedoch noch was dazu, so ein starker Befall kommt nicht von ungefähr, der muß ernährt werden. Es wird also mehr gefüttert als die Garnelen verzehren, dieser Überschuss wird von der Biologie des Becken umgesetzt und ernährt die Vorticella. Mir würden zusätzlich noch Kurzbäder mit Salz einfallen, um die stark befallenen Tiere zu erleichtern. Für Scutariella nimmt man 11 Gramm jodfreies Kochsalz auf 500cm³ Wasser und setzt die befallenen Garnelen hinein, die Würmer fallen dann ab, nicht länger als 30 Minuten kurzbaden und dabei bleiben um im Notfall einschreiten zu können. Das sollte hier auch funzen.
Salzbäder habe ich tatsächlich schon ausprobiert, da ich mir vom selben Züchter neben Vorticella auch Saugwürmer eingeschleppt hatte. Bei einem stärkeren Befall fand ich das in der Praxis aber kaum umsetzbar: Man müsste wirklich jede Garnele erwischen und die Behandlung zudem mehrfach wiederholen. Bei tragenden Weibchen möchte ich wegen des zusätzlichen Stresses und des Risikos eines Eierverlusts außerdem keine Salzbäder machen. Bei meinem Saugwurm-Befall haben Salzbäder den Befall bei einzelnen Garnelen zwar kurzfristig reduziert, er kam aber immer wieder zurück. Erst eine dreitägige Behandlung des gesamten Beckens mit No Planaria hat die Saugwürmer endgültig ausgerottet.
 
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