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Versuch eines Neuaufbaus wegen ständigem Garnelensterben

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Hallo zusammen,

seit ich vom 10er Nanocube wegen Überfüllung durch Jungtiere auf den 30er Nanocube umgestiegen bin, werden die Garnelen nicht alt, bekommen kaum noch Nachwuchs, und wenn ja, stirbt dieser recht bald.
In diesen eineinhalb Jahren habe ich massenhaft Nelen dazugekauft, immer farbige Mixe; von den letzten rund 50 vor drei Monaten ist noch etwa die Hälfte übrig, vor allem die hübschesten Farben sind verschwunden. Der momentane Besatz beläuft sich auf etwa 30 bis 35 Nelen, die meisten sind farblose. Zweimal hatte ich wenige Jungtierchen entdeckt, die sind aber nicht groß geworden... Überhaupt wird kein Tier älter als vielleicht ein halbes Jahr, wenn überhaupt!

Die wichtigsten Wasserwerte vom 6. Oktober lt. Kölle-Zoo:
ph 7,62 (heute mit Stäbchen 7,5)
GH 14 (Soll: 8-20)
KH 18 (Soll: 5-12)
Alle anderen Werte sind lt. Kölle völlig in Ordnung

Ich verwende getrocknete Blätter und anderes Futter, zur Senkung des ph-Wertes nehme ich Walnussblätter. Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter kommen hinzu.
Wasserwechsel gibt es jede Woche, 10-15 %.

Vor einer Woche hatte ich die Idee, alles aus dem Becken zu entfernen, was früher im 10er nicht drin war: Wurzeln und Steine. Dann machte ich einen großen WW mit 80%, heute nochmal 50%. Ab jetzt werde ich 4 bis 6 Wochen überhaupt keinen WW mehr vornehmen.

Gleichzeitig habe ich das 10er reaktiviert, mit dem, was anfangs drin war: der einzigen Wurzel, dem Filter und der Beleuchtung, allerdings mit neuen Pflanzen aus dem 30er: Sumatrafarn. Den Sand musste ich strecken und habe deshalb viele kleine Lavasteine mit eingebracht, die aus meiner Außenfilterbestückung des 30ers übrig waren: Ich denke, die Bakterien freuen sich darüber.

Jetzt werde ich die Pfütze gut drei bis vier Wochen einfahren (muss ich dabei WWs vornehmen?). Dann werde ich den Besatz auch wieder an den Ursprung anpassen: Zehn Garnelen werden umziehen.

Mit all diesen Maßnahmen will ich testen, ob sich an den Populationen etwas verändert, in beiden Becken.
Ich hatte viel gelesen inzwischen und entdeckt, dass dieses mein Problem nicht unbekannt ist bei einem Beckenwechsel; aber eine echte Lösung fand ich nirgends.

Was haltet Ihr von diesen Maßnahmen?
 
Vollständige Informationen sind immer von Vorteil, wenn man per Ferndiagnose sinnvolle Hilfestellung geben will. Ist auch extra ganz oben angepinnt: https://www.garnelenforum.de/board/...meinen-garnelen-erst-lesen-dann-posten.93202/

Die wichtigsten Wasserwerte vom 6. Oktober lt. Kölle-Zoo:
ph 7,62 (heute mit Stäbchen 7,5)
GH 14 (Soll: 8-20)
KH 18 (Soll: 5-12)
Alle anderen Werte sind lt. Kölle völlig in Ordnung
A: Wie waren die restlichen Werte? B: Was ist an denen, die du nanntest, laut Köllezoo nicht in Ordnung, mit welcher Begründung?
Liest sich zunächst erstmal als sei bei euch eine Enthärtungsanlage im Hause im Einsatz. Bei den Härtegraden wirst du allerdings mit ein bisschen Humin nichts am pH senken können.

Ein Tipp, den ich von Moni aufgeschnappt und übernommen habe: Vor dem Erstbesatz eines neu eingefahrenen AQs erstmal Wasserflöhe einsetzen. Wenn die umkippen, hakts noch irgendwo.
 
Hallo Biene,

was nützt es, wenn ich alle Werte aufzähle, die sowieso nicht relevant sind, also null oder so weit in der Norm, dass sie nicht ins Gewicht fallen?
Alles andere, wichtige, habe ich zusammengefasst aus dem Fragebogen, statt ihn zu kopieren; ich denke, die Inhalte sind auch so verständlich genug.

Nicht in Ordnung sind wohl die Werte der KH und GH: Die KH ist zu hoch, was aber nicht an einer Hausanlage liegt. Die Werte der Wasserwerke: KH 14,8 - GH 14,8.

Noch wichtiger als diese Werte ist mir allerdings die Frage, die ich gestellt hatte... ;-)
 
Ich weiß natürlich nicht, wie qualifiziert so ein Wassertest von eurem Kölle ist.
Aber ich erinnere mich an einen vorher extra angebotenen Wassertest von einem anderen "Gartenzenter".
Das Dumme war nur, ich traf nicht den Chef an. Die Diagnose war dort … überschaubar kurz.
Wichtig war wohl nur: "Alles in Ordnung, Sie können Fische rein kaufen."
Hmm … es wurde nur ein einziger (mir unbekannter) Tröpfchentest gemacht und nicht einmal ein Zahlenwert verraten.

Ich meine, wenn mir ein Spezialist einen aussagekräftigen Test macht, sollte er auch in der Lage sein mich weite zu beraten.
In "meinem" Gartenzenter gehe ich inzwischen davon aus, dass ich dort besser keine Fragen stelle, die immer nur dazu führen, dass ich etwas kaufe und angeblich keine Bedenken bestehen.

Wenn die anderen Werte wirklich so gut waren, dass sie nicht erwähnt werden müssten, wäre (bei richtiger Beratung im Laden) jede weitere Frage hier … :?:überflüssig?

Nicht falsch verstehen: Die Fragen an andere Forenteilnehmer mit Erfahrungen sind im Prinzip schon richtig!
Wo es immer mehr überall im Handel hakt, ist das Fehlen von Personal, das mehr kann, als irgendwas schnell zu verkaufen.

Bei einer ganz anderen Sache, suchte ich beim Verkäufer eines meiner Geräte Rat und sollte doch tatsächlich im Internet selbst suchen … :banghead:
 
Hmm … es wurde nur ein einziger (mir unbekannter) Tröpfchentest gemacht und nicht einmal ein Zahlenwert verraten.
Wenn man einen Test machen lässt, den man auch bezahlt, dann wird man wohl auch einen Testbericht mit Werten (und sogar Einheiten) bekommen.

Wenn man aber immer mal wieder mit Wasser ankommt, das man für lau getestet haben will, kann man wohl kaum erwarten, dass sich die Angestellten lange mit einem aufhalten.

Ich kann es nicht verstehen, dass hier einzelne dauernd Wasserwerte posten, diese aber nicht selber mit eigenem Equipment messen.
Die Messerei im Fachhandel soll auch für Umsatz sorgen. Den mach man kaum mit "Kunden", die ein Winzbecken mit ein paar Wald- und Wiesengarnelen betreiben.
 
Wenn du so oft Tiere nachgekauft hast, fällt mir direkt eine BU ein.
 
Da diese ominöse BU mit normalen Mitteln weder verifizierbar noch falsifizierbar ist, wird es hier immer schwierig.
Vom Gefühl her kommt die BU immer dann aufs Tapet, wenn Leute nicht mehr weiter wissen oder andere Fehler kaschiert werden sollen.
Wer sich dann auf die Erklärung BU stürzt, hat damit seine "einfache" Erklärung und muss die Ursache nicht bei anderen (eigenen) Fehlern suchen.
Ist denn eine BU im Zusammenhang mit Garnelen überhaupt schon mal untersucht worden?
Ich habe bisher nichts belastbares in der Richtung gefunden und würde mich freuen, wenn jemand hier eine Quelle nennen könnte.
 
Ist denn eine BU im Zusammenhang mit Garnelen überhaupt schon mal untersucht worden?
Ich habe bisher nichts belastbares in der Richtung gefunden und würde mich freuen, wenn jemand hier eine Quelle nennen könnte.
Da gabs mal einen recht umfangreichen Artikel in der Caridina. Ich such mal raus welches Heft das war.

PS: Heft 3/2021, Artikel von Michael J. Schönefeld
 
Ist denn eine BU im Zusammenhang mit Garnelen überhaupt schon mal untersucht worden?
Ich habe bisher nichts belastbares in der Richtung gefunden und würde mich freuen, wenn jemand hier eine Quelle nennen könnte.
Der "einfachen Erklärung" möchte ich gar nicht widersprechen.
Hätte ich nur in Foren von bakterieller Unverträglichkeit / Kreuzverkeimung gelesen, wäre ich auch skeptischer - wenn ich es beim Garnelenhaus und Menschen wie Ulli Bauer lesen, sehe ich zumindest als Möglichkeit an. Auch weiß ich von z.B. Guppy-, Koi- und Diskus-Züchtern, dass das Thema auch dort immer wieder diskutiert wird.

Ich bin ehrlich gesagt wegen einer urban legend lieber übervorsichtig und nehme sie als "Warnung". Langsame Eingewöhnung oder Quarantäne kann ja nicht schaden.

Und, nein, ich kann keine wissenschaftlichen Quellen nennen. Habe aber ehrlich gesagt auch noch nicht danach gesucht. Schande über mein Haupt. :)
 
Hi Luca,

ich habe gesucht und leider nichts wirklich überzeugendes gefunden.
Das mag daran liegen, dass ich falsch gesucht habe, daher bin ich für Input offen, der nicht nur Meinung ist.

Schönen Gruß
Markus
 
Ich glaube, Artikel aus Zeitschriften des Dähne Verlags sind leider grundsätzlich nicht online verfügbar. Sonst gäbe es keinen guten Grund mehr, so viel Geld für die Zeitschrift auszugeben.
 
ich habe gesucht und leider nichts wirklich überzeugendes gefunden.
Das mag daran liegen, dass ich falsch gesucht habe, daher bin ich für Input offen, der nicht nur Meinung ist.
[OFFTOPIC]

Es mag auch daran liegen, dass es allgemein vergleichsweise wenig Studien zu "unseren" Garnelen gibt. Ich meine, dass es @Fey war, die an anderer Stelle bereits darauf hingewiesen hat. "Ornamental shrimp" im privat-aquaristischen Bereich sind im Wissenschaftsbetrieb wohl weniger populär als z.B. die zum Essen (also, die primär für den menschlich Verzehr gezüchteten, bevor jetzt wieder jemand darauf hinweist, dass man auch Neocaridina....).

Ich war jetzt spontan neugierig: Scopus listet z.B. sagenhafte 369 Treffer zum Begriff Caridina in title/abstract/keyword. Suche ich innerhalb dieser Treffer nach "bacteria" komme ich auf 8 Dokumente. Mit "ornamental shrimp" komme ich auf 197, eingeschränkt auf "bacteria" bleiben 18. Mit "shrimp" allgemein und weiter eingeschränkt auf "bacteria" bekomme ich 8994 Treffer, "crustacean" und "bacteria" 6420. Treffer. Das ist natürlich nicht repräsentativ und das Ergebnis einer maximal oberflächlichen und "unwissenschaftlichen" Suche.

Du weißt ja, wie das ist. Nur, weil man keine Literatur zu einem Thema findet, heißt nicht, dass es das Thema nicht gibt. Nur, dass noch nichts dazu veröffentlicht wurde. (Oder, wie du selbst schon sagtest, man nicht die passenden Suchbegriffe nutzt. Ein lästiger Umstand.) :)

[/OFFTOPIC]
 
Habe auch mal gegoogelt. Suche: "bakterielle Unverträglichkeit Garnelen"
Als Erstes erschien!? :
_20220912_180516.JPG
LG Winni
 
@Winni
Das ist der Artikel aus dem Garnelenhaus Wiki, auf den ich oben schon angespielt habe. Danach ist "bakterielle Unverträglichkeit" zwar der Begriff, der sich für dieses "Phänomen" eingebürgert hat, faktisch so aber eigentlich nicht korrekt.
Für das Zitat im Kontext hier einmal der Link zum Artikel https://www.garnelenhaus.de/wiki/bakterielle-unvertraeglichkeit-bu-oder
 
Wenn du so oft Tiere nachgekauft hast, fällt mir direkt eine BU ein.
Richtig! Diesem Verdacht bin ich auch nachgegangen und hatte entsprechend reagiert: Gaanz langsames "aneinander Gewöhnen" in zwei verschiedenen Becken, mit langsamen, gegenseitigem Austausch von Wasser und Pflanzen, sogar mit Tierchen aus dem Zielbecken. Im kleinen 10er war dann alles in Ordnung, und die Nelen zogen um. Mit üblem Ergebnis nach ein paar wenigen Wochen....
 
Hey, an ALLE!

Ich will ja nicht unhöflich erscheinen und danke deshalb euren bisherigen Meinungen.

Aber ich möchte gerne darauf hinweisen, dass meine existentielle Frage am Ende des Threads, den ich begonnen hatte, noch gar nicht in Erwähnung geriet:

Sicher, die Problematik kann nicht - offensichtlich - gelöst werden, zu viele Faktoren könnten im Spiel sein. Deshalb habe ich mich entschlossen, ein Experiment aufzubauen, das ich zu Beginn genannt hatte. Die Idee dazu fand ich irgendwo; ein Nelenhalter hatte exakt dieses Problem: In seinem 10er war nicht mehr genug Wasser für den enormen Nachwuchs, und der baute ein 25er auf. Und er hatte exakt die gleichen Probleme wie ich: Nelensterben und Nachwuchsprobleme... Das Dilemma konnte er allerdings nicht erklären.

Deshalb war ich auf die vielleicht verrückte Idee gekommen: Alles auf Anfang! Deshalb habe ich das 10er reaktiviert, mit den Anfangsbedingungen von vor eineinhalb Jahren. Und genau deshalb stellte ich Euch die Frage, wie Ihr zu diesem Experiment steht. Vergesst bitte einen Moment die Frage nach den Wasserwerten: Ich vertraue dem älteren und erfahrenen Mitarbeiter, der die Werte analysiert und kommentiert hat.

Also bitte, noch mal, in aller Deutlichkeit: Was haltet Ihr von diesem Experiment?
 
Sollte es etwas mit den Bakterien zu tun haben (kann auch ohne BU sein -> Keimdichte), ist dieser Versuch nicht tauglich, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen.
Egal ob die Tiere sterben oder überleben, man wird nicht wissen warum. Ist halt ein Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation.

Hier werden immer wieder Wasserwerte bis zum Erbrechen diskutiert. Leider wird der wichtigste Wert so gut wie nie zur Diskussion gestellt: Die Keimdichte.
Auch diese lässt sich einfach messen (dauert halt etwas mit dem Bebrüten) und gibt deutlich wichtigere Aussagen, als z. B. ein ph-Wert, der etwas rumzappelt und dann schon zu Schnappatmung führt (beim Menschen, nicht beim Tier).

Hat jemand bei Garnelen schon mal mit Keimreduzierung gearbeitet?
Ich meine jetzt nicht den lustigen LED-Aufsatz, der in Onkel T.s Hütte versemmelt wird, sondern eher taugliche UV-Klärer oder einen Glasperlenfilter zwischen Filterauslass und Becken.
Gerade den Glasperlenfiltern traue ich bei kleinen Becken sehr viel zu. In einem anderen Forum (Fische) haben die Versuche damit gezeigt, dass die Keime bis an die Nachweisgrenze runtergegangen sind.
Vorteil der Dinger ist, dass sie, einmal angeschafft, keine Kosten mehr verursachen.
Nachteil ist die Pflege, was allerdings relativ ist. Alle paar Wochen rückspülen und gut ist es.
Preislich könnte man auch etwas basteln und dann selber mit den Kugeln befüllen. Alles in allem schätze ich die Kosten auf < 30 € pro Becken.
 
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