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5 Monate Dauer-Katastrophe: Chronisches Garnelensterben & Fischsterben – Liegt es am Kies?

Emundem

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Hallo zusammen,

ich schreibe euch heute, weil ich mit meinen Nerven am Ende bin. Seit wir vor 5 Monaten das 110-Liter-Aquarium meiner Tochter eingerichtet haben, jagt eine Katastrophe die nächste. Ich habe das Gefühl, egal was ich tue, es hört nicht auf, und ich bin mittlerweile komplett frustriert und erschöpft.

Meine Tochter wollte unbedingt ein "buntes" Becken mit farbigem Kies und Kunststoff-Deko (Stiefel, Fass), alles von Dehner Zoo. Ich habe versucht, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, aber heute befürchte ich, dass genau diese Dinge der Ursprung unseres Unglücks sind.

Die bisherige Leidensgeschichte: Wir starteten unter anderem mit 8 Guppys. Davon lebt heute keiner mehr. Zuerst hatten wir mit Flagellaten zu kämpfen, und der Rest starb dann vermutlich durch den Stress meiner eigenen "Überaktivität", weil ich verzweifelt versucht habe, alles zu retten. Aktuell kämpfen wir bei den Neons gegen eine Krankheitswelle (Verdacht auf Neonkrankheit/bakteriell), weshalb wir massiv mit UV-C und Erlenzapfen arbeiten. Die verbleibenden Neons scheinen sich immerhin seit gut einer Woche zu erholen.

Das größte Rätsel ist aber das chronische Sterben unserer Bloody Mary Garnelen. Es zieht sich von Anfang an durch: Alle paar Wochen stirbt ein Tier am "White Ring of Death". Da sich von dem Stiefel und dem Fass bereits sichtbar die Farbe ablöste (beides vor Wochen entfernt), habe ich nun den Verdacht, dass der lackierte Kies das Wasser vergiftet.

Hier die harten Fakten:

- Was ist genau das Problem? Chronisches Sterben von Bloody Mary Garnelen durch Häutungsprobleme (horizontaler Riss im Nackenpanzer). Die Tiere wirken bis kurz vor dem Tod agil. Heute der 6. dokumentierte Fall. Es finden auch immer wieder erfolgreiche Häutungen statt, aber auf 2-3 Exuvien kommt eine tote Garnele. Zusätzlich bildet sich trotz guter Oberflächenbewegung durch Filter und UV-C eine hartnäckige Kahmhaut, die ich mechanisch entfernen muss.

- Seit wann tritt es auf? Seit Einsetzen der Garnelen vor zweieinhalb Monaten, schleichend alle paar Wochen.

- Wurde schon irgendetwas gemacht?

  • UV-C Klärer läuft seit 3 Wochen 24/7 (wegen Fischkrankheit).
  • 12 Erlenzapfen im Becken.
  • Heute erster Einsatz: Diploral (Mineralstoffe) zur Unterstützung der Häutung.
  • Bestellt: Aktivkohleschwamm für den Filter, um mögliche Giftstoffe aus dem Lack zu binden.
  • Seit 7 Wochen keine Medikamente.
  • Ich versuche die Kahmhaut über die Oberflächenbewegung in den Griff zu bekommen, aber sie kommt immer wieder.
- Wie lange läuft das Becken bereits? 5 Monate.
Wie groß ist das Becken? 110 Liter.
Wie wird es gefiltert? Standard-Innenfilter + UV-C Klärer im Dauerlauf (ursprünglich wg. Krankheitswelle bei den Fischen).
Welcher Bodengrund?
Kies und lackierter Farbkies von Dehner (fleckiges Lackbild).
Einrichtung: Pflanzen (Moos, Aufsitzer), 2 Wurzeln ebenfalls von Dehner, 12 Erlenzapfen. Instabile Deko (Stiefel/Fass) bereits entfernt.

- Wasserwerte (sehr stabil, nie Ausreißer gemessen):

  • KH: 6 | GH: 10 | pH: 7,0 | Temp: 23°C
  • Nitrit/Nitrat: Nicht nachweisbar.
- Wie oft Wasserwechsel? Wöchentlich ca. 20-30%.

- Besatz: 7 Neons (Restbestand), 9 Blauaugen (Pseudomugil Gertrudae), Restbestand Bloody Marys (ca. 12-13 von ursprünglich 25), Blasenschnecken. (8 Guppys sind bereits alle verstorben).

- Fütterung (nach Plan):

  • Fische: Cyclops (Frost), Artermia FD (sparsam).
  • Garnelen: Jeden 2. Tag ein Blatt Brennnessel (aus dem eigenen, chemiefreien Garten).

Meine Frage an euch:Ich bin nervlich wirklich fertig. Ich vermute eine schleichende Vergiftung durch den Kies, da die andere Deko derselben Marke ja schon versagt hat.
Das Problem: Die 7 Neons sind nach der letzten Krankheitswelle gerade erst wieder stabil und fressen gut. Ich habe Angst, dass ein sofortiger kompletter Kies-Tausch ihnen jetzt durch den Stress den Rest gibt.

Mein Plan: Aktivkohle-Dauereinsatz und Diploral, um Zeit zu gewinnen, und den Kies erst in ein paar Monaten zu tauschen, wenn Ruhe eingekehrt ist. Ist das realistisch oder ein Todesurteil für die restlichen Garnelen? Kann der Kies auch die Fische (Guppys/Neons) so geschwächt haben, dass sie so anfällig für Krankheiten waren?

Das Foto zeigt noch die inzwischen verstorbenen Guppys und die Plastik-Deko.

Ich danke euch für jedes Feedback!
 

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Hallo,
Nur ganz schnell von unterwegs:

Was für Medikamente gab es denn für die Fische? Seitdem ich einen kranken Betta im Becken behandelt habe und mir danach schleichend alle Garnelen in dem Becken weggestorben sind, bin ich vorsichtiger geworden. Hast du nach der Behandlung wirklich große Wasserwechsel gemacht? Ggf. das Filtermaterial getauscht? Und die Aktivkohle direkt nach der Behandlung genutzt, um die Medikamentenreste zu "binden"? Und die Aktivkohle danach regelmäßig ausgetauscht?

Farbkies (in schwarz) hab ich in allen Becken. Auch einiges an Kunstdeko. Deko wässere ich immer einige Zeit vor bei täglichen Wasserwechseln mit Wasseraufbereiter (den ich sowieso immer benutze).
 
Octocil gegen Flagellaten + anschließend Diploral wie vorgeschrieben, dann Esha Exit weil ich dachte, ein Neon hätte die Weißpünktchenkrankheit. Es waren dann nur irgendwelche Zysten. Das ist aber schon sieben Wochen her.
Und ja, habe danach 80% WW gemacht, dann Aktivkohle rein und die nach 2 Wochen wieder rausgenommen (also nicht dauerhaft).
Filtermaterial habe ich nicht komplett gewechselt, weil da ja die guten Bakterien drin sitzen. Die weiße Filterwatte habe ich zweimal getauscht (das letzte mal vor sechs Wochen, nach dem letzten Aktivkohle-Einsatz).
Die Deko habe ich rausgenommen, nachdem ich bemerkt hatte, dass die Farbe sich löst.
Und bei den Kieseln sieht man unterm Mikroskop, dass die Farbe nicht vollständig deckt, es gibt Stellen, wo der blanke Kies rausguckt. deutet meines Erachtens darauf hin, dass Farbe sich auch ablösen kann, oder?
 
Hier noch ein aktuelles Foto des Beckens und eines von der letzten toten Garnele von heute früh.
 

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Ich habe nur eine Frage: Wie lange hast du das Becken ohne Tiere sich einfahren lassen? Sprich nach wie vielen Tagen bzw. Wochen hast du die Fische und Garnelen eingesetzt. Hast du die Garnelen direkt ins Aquarium getan oder langsam mit Tröpfchenmethode an dein Aquariumwasser gewöhnt?
LG Winni
 
Die Garnelen kamen rein, als es gute zwei Monate gelaufen war, und zu dem Zeitpunkt waren schon zwei Antennenwelse (einen habe ich inzwischen wieder abgegeben), die Neons und die Guppys drin. Und ja, ich habe die Garnelen mit Tröpfchenmethode eingewöhnt. Aber selbst wenn nicht: Das sollte jetzt, drei Monate später, nicht mehr neue Todesfälle auslösen, oder?
 
Und bei den Kieseln sieht man unterm Mikroskop, dass die Farbe nicht vollständig deckt, es gibt Stellen, wo der blanke Kies rausguckt. deutet meines Erachtens darauf hin, dass Farbe sich auch ablösen kann, oder?
Nur zur Sicherheit: Der Farbkies ist idR Quarz, der mit einem gefärbten Harz ummantelt wird. Also keine Farbe im Wandanstrich-Sinne.
Ob das gut oder schlecht ist, da scheiden sich die Geister. Wenn du hier im Forum nach Farbkies suchst, wirst du hitzige Diskussionen finden. Ich hab noch nie was anderes benutzt und wage zu behaupten, dass alle Probleme in meinen Becken nicht ursächlich vom Kies auslöst wurden.

Entsprechend wäre er jetzt in deinem Fall auch nicht mein erster Verdachtsfall (was natürlich rein geraten ist). Ich würde basierend auf meinen Erfahrungen auf Medikamentenreste bzw deren Nachwehen hinarbeiten. Hast du noch ein zweites Becken oder hast die Möglichkeit eins aufzustellen? Muss nix dolles sein, Quarantänebecken reicht völlig aus (siehe unten). Dann wäre mein Weg nämlich die Garnelen rauszufangen. Und zu schauen, wie sie sich in einer "cleanen" Umgebung machen. Derweil im großen Becken einige Wochen große Wasserwechsel machen.

Wie groß sind die Garnelen eigentlich, die sterben? Waren sie bei Kauf schon ausgewachsen? Siehst du Nachwuchs (so die Fische das überhaupt zulassen)? Auch vom Dehner?
"Mein" Dehner hat gerne große, ausgewachsene, voll gefärbte Tiere im Angebot - die entsprechend eine kürzere Rest-Lebenserwartung haben.

Ggf. dann auch den Boden tauschen, wenn er dir Bauchweh bereitet (ehrlich gesagt würde ich das allein schon machen, weil die blauen Sprenkel mich an Schneckenkorn erinnern :) ). Geht ohne Garnelen drin evtl. einfacher. Was ist denn neben dem blauen Kies noch an Boden drin? Ggf auch Nährboden?

Anleitung für ein Garnelen-Quarantänebecken: https://www.garnelenhaus.de/wiki/das-quarantaenebecken
Ich würde mir zusätzlich zu den Brennesseln noch Garnelenfutter und braunes Laub holen, damit es "ausgewogener" wird. Und natürlich in so einem kleinen Volumen dann sehr sparsam füttern.
 
Hi, danke für Dein Feedback!

Der Boden ist eine Mischung von blauem und nicht eingefärbtem Kies Der eingefärbte eher in der oberen Hälfte. Also wenn ich den austausche, dann würde ich im Prinzip die Hälfte des Bodens austauschen.
Die gestorbenen Garnelen waren immer relativ kleine und ich glaube alles Männchen. Ich fürchte, heute früh habe ich mein letztes Männchen beerdigt. Ich habe sie nicht von Dehner gekauft sondern von Aqua Teck (vor Ort) und bei Kauf waren die meisten +/- 1cm groß. Inzwischen haben wir einige ziemlich "dicke Brummer", bis ca. 3cm groß. Sie sind auch sehr schön knallrot gefärbt.
Ein Quarantänebecken habe ich nicht, trage mich aber eben mit dem Gedanken, eines einzurichten - Boden tauschen mit Tieren drin kann ich mir nicht vorstellen.

Können MEdikamentenreste (von garnelensicheren MEdikamenten) sieben Wochen nach Anwendung, nach Aktivkohle und zig großen und kleinen Wasserwechseln, immer noch ein Problem sein?
 
Ach so, und Garnelennachwuchs hatten wir bisher noch keinen. Ich konnte zwei Paarungsakte beobachten, habe aber noch keine Garnele Eier tragen gesehen.
 
Können MEdikamentenreste (von garnelensicheren MEdikamenten) sieben Wochen nach Anwendung, nach Aktivkohle und zig großen und kleinen Wasserwechseln, immer noch ein Problem sein?
Wissenschaftlich belegt kann ich dir das nicht beantworten. Ich weiß wie gesagt nur, dass bei mir nach bactopur-Anwendung über Wochen die Neos und Schnecken schleichend gestorben sind. In einem anderen Becken haben sich die übrig geblieben Schnecken und Garnelen dann wieder gefangen.

Bekommen die Garnelen nur die Brennesseln und die "rein tierischen" Futterreste der Fische?
Ich hatte bei mir noch nie Wachtumssprünge in wenigen Wochen von 1 auf 3 cm. Auch nicht in den Becken mit Fischen. Darüber stolpere ich zusätzlich. Vielleicht können dazu hier wesentlich erfahrenere Leute als ich was sagen.

Zum Bodentausch findest du hier im Forum Anleitungen, wie man das innerhalb von einem Wochenende gut machen kann. Bei 110 Litern hab ich das nicht nie gemacht (mein "größtes" Becken hat 70l), sollte bei entsprechender Vorbereitung aber genauso klappen.
 
Hallo,

kannst du bitte mal möglichst genau die Krankheitsfälle bei den einzelnen Fischen beschreiben (auch wenn man durch Verkäufer oder Google schon eine vermeintliche Diagnose gestellt hat)? Inklusive zeitlichem Ablauf und jeweiliger Symptome/Maßnahmen.
Was ist das für ein UVC-Entkeimer (Modell, Stärke)?
Wieviel vom Diploral wird dem Wasser zugegeben?
Es gab auch mal einen Fragebogen, allerdings war ich einige Jahre nicht aktiv und weiß daher nicht, was sich verändert hat oder wo sich ggf. Sachen verstecken. Für den Anfang würd ich mir anhand der Symptome und den schon gegebenen Infos versuchen ein Bild zu machen.

Edit: Hm, de alten Fragebogen gibts entweder nicht mehr oder ich verwechsle die Foren, also bleiben wir bei dem, den du verwendet hast.

Zur Fütterung, zu Wasserwechseln und der Behandlung werd ich später noch etwas schreiben.
 
Ich hatte bei mir noch nie Wachtumssprünge in wenigen Wochen von 1 auf 3 cm. Auch nicht in den Becken mit Fischen. Darüber stolpere ich zusätzlich. Vielleicht können dazu hier wesentlich erfahrenere Leute als ich was sagen.
Also es waren nicht wenige Wochen, sondern zweieinhalb Monate. Vielleicht war es von 1,5 auf 3 cm. Ich habe sie nicht gemessen.
 
Hallo,

kannst du bitte mal möglichst genau die Krankheitsfälle bei den einzelnen Fischen beschreiben (auch wenn man durch Verkäufer oder Google schon eine vermeintliche Diagnose gestellt hat)? Inklusive zeitlichem Ablauf und jeweiliger Symptome/Maßnahmen.
Was ist das für ein UVC-Entkeimer (Modell, Stärke)?
Wieviel vom Diploral wird dem Wasser zugegeben?
Es gab auch mal einen Fragebogen, allerdings war ich einige Jahre nicht aktiv und weiß daher nicht, was sich verändert hat oder wo sich ggf. Sachen verstecken. Für den Anfang würd ich mir anhand der Symptome und den schon gegebenen Infos versuchen ein Bild zu machen.

Edit: Hm, de alten Fragebogen gibts entweder nicht mehr oder ich verwechsle die Foren, also bleiben wir bei dem, den du verwendet hast.

Zur Fütterung, zu Wasserwechseln und der Behandlung werd ich später noch etwas schreiben.
Es ist dieser UV-C Klärer (5W, 20l/Minute): https://www.amazon.de/dp/B0CXSP5PZF?ref=ppx_yo2ov_dt_b_fed_asin_title
Den Fragebogen (kopiert aus einem anderen Post) habe ich in meinem ersten Post beantwortet.

Eines hatte ich vergessen: Meine Tochter (8 Jahre, ich habe das Becken für sie aufgebaut) hatte anfangs etwas Modeschmuck und Plastikspielzeug drin versenkt, ich habe mir zuerst nichts dabei gedacht. Das habe ich vor ca. drei Monaten entfernt, der Modeschmuck war aber etwas angerostet (kleines Metallteil, kleine Rostflecken).

Was die komplette Historie angeht: Das wird länger und ich kriege nicht alles genau zusammen, habe nicht von Anfang an Tagebuch geführt.
Das Elend fing mit unseren Guppys an. Wir hatten 2 Antennenwelse und 11 Neons, und dann eine Woche (ich weiß inzwischen, dass das zu schnell war; vermutlich hat das den Stein ins Rollen gebracht).
Ich habe Ende Januar acht Guppy-Männchen eingesetzt und die haben nach ein paar Tagen Flagellaten-Symptome bekommen (weißlich fadiger Kot, sie wurden apathisch, haben kaum noch gefressen, sind nur noch an strömungsarmen Stellen "gestanden"). Das habe ich ab ca. 5. oder 6. Februar mit Octocil behandelt (nur über Versand mit Lieferzeit 1 Woche erhältlich), und nach der gemäß Packungsbeilage (Diploral 5g für 5 Wochen (man soll 5g für 100 Liter geben). Vier von den acht Guppys sind trotzdem gestorben. In der Wartezeit, bis Octocil kam, habe ich mehrere große Wasserwechsel (zw. 50 und 80%) gemacht und Futter in frisch gepressten Knoblauchsaft getränkt.
Nach Beendigung der Behandlung habe ich nochmal 80% Wasser gewechselt und für eine Woche einen Aktivkohleschwamm eingesetzt. Es sah so aus, als hätten sie sich stabilisiert.
Ende Januar (also weitere 2 Wochen später) habe ich 25 Bloody Mary eingesetzt und einen der Antennenwelse abgegeben.

Kurz danach hatte einer der Neons einen weißen Fleck und ich dachte, es ist Ichthyo und habe ab 20. Februar Esha Exit gegeben (am 1. Tag 20 Tropfen, am 2. und 3. je 10). Es war aber nicht Ichthyo, denn der Punkt fiel nicht ab und es kamen auch keine neuen dazu. Er verblasste einfach irgendwann.

Dann fingen plötzlich die vier verbliebenen Guppys wieder an, krank zu werden. Sie magerten extrem ab, ihre Wirbelsäulen verkrümmten sich horizontal, wurden apathisch sind nacheinander alle gestorben. Einer fing an, fast nur noch mit dem Kopf nach oben zu schwimmen. Ich vermute, seine Schwimmblase hat versagt und er konnte seine Position im wasser nicht mehr anders halten. Ich habe sie alle in Quarantäne (oder vielleicht eher ein Hospiz) genommen, bevor sie starben.

Im weiteren Verlauf traten auch bei den Neons andere Symptome auf: ein weißlicher "Schleier" über dem Körper, Farbverlust, hervorstehende Augen, hektisches "Schnappen" mit dem Maul und bei einzelnen Fischen Wirbelsäulenverkrümmungen. Zwei Neons sind gestorben, zwei sind aktuell noch in Quarantäne in einem großen Eimer. Einer weist eine starke seitliche Krümmung der Wirbelsäule auf, der andere zeigt kaum noch Eigenbewegung. Im Hauptbecken verbleiben sieben Neonsalmler.

Seit sieben Wochen habe ich keine Medikamente mehr eingesetzt. Vor drei Wochen installierte ich einen UV-C-Klärer im Dauerbetrieb und gab zwölf Erlenzapfen in das Wasser, um den Keimdruck biologisch zu senken. Außerdem ist ein Seemandelbaum- und zwei kleine Eichenblätter (alle aus dem Fachhandel bzw. selbst vom Ast gesammelt und abgekocht) im Becken. Die verbliebenen sieben Neons im Hauptbecken zeigten eine Besserung und nehmen aktiv Futter auf.

Ich hatte gelesen, dass zu viel gehaltvolles Futter gerade für die Garnelen ein Problem sein kann, weil sie dann zu schnell wachsen und habe seit einigen Wochen kein spezielles Garnelenfutter (außer eben Brennesselblättern) und auch nur sehr sparsam Tabletten für den Wels gegeben.
 
Zu UVC:
Ich habe da gezielt gefragt, weil die frühen Modelle mit LED gar kein UVC-Licht emittierten - lediglich UV-nahes licht bis UVA. Mittlerweile gibt es echte UVC-LEDs, aber die sind nur im Milliwatt-Bereich günstig, ausreichend stark kostet der Chip oft schon (viel) mehr als so ein ganzes Gerät. Und wir reden da immer noch von weniger als 5 Watt, die hier angegeben sind. 5w UVC-LED dürfte wohl noch ne Null fehlen. Mindestens.
Bei den alten UVC-Lampen gab es Tabellen zu Effizienz, wenn ich das noch richtig im Kopf habe, war 11 Watt hier das Minimum, auch vorausgesetzt, dass der Aufbau des Klärers auf möglichst lange Bestahlungsdauer ausgelegt ist (weist murde das Wasser in einer (Doppel-)Helix bei nicht zu hoher Fließgeschwindigkeit durchgeleitet). Da normales Glas bereits UVC-Strahlung filtert, wurden spezielle Quarzglasröhren verwendet.
Es gibt eine modernere Form von UVC-Kathoden, die langlebiger und sparsamer sind, mit denen hab ich mich aber nicht beschäftigt, kann dazu also auch nichts sagen.

Bei dem Model wird, soweit ich das gesehen habe, nicht auf die Art der UVC-Lampe eingegangen. Anhand der Lebenserwartung von 4000 - 8000 Betriebsstunden und der 5Watt ist von einer altmodischen UVC-Lampe auszugehen. Das Gute daran, es wird zumindest tatsächlich UVC emittiert. Das Schlechte daran, es wurde vermutlich normales Glas verbaut, sonst wäre man auf das Quarzglas eingegangen, also kommt wenig bis nichts im Wasser an - was aber eh zweitrangig ist, da das Wasser bei dem gegebenen Aufbau extrem schnell vorbei fließt, also wenig bestrahlt wird (bei 5W von einer eh ineffiziente Lampe). Mir fehlen hier auch Schutzmaßnahmen und Sicherheitshinweise, UVC-Licht kann sehr gefährlich sein (wenn die Röhre aus durchlässigem Quarzglas ist), und so wie es ausschaut, wird sie einfach eingesteckt, könnte also auch ohne im Gehäuse zu sein eingeschaltet werden? (Bitte nicht ausprobieren)
Kurzum, ich würde nicht zuviel Hoffnung darauf setzen und finde den Preis, wenn ich recht habe, auch ganz schön happig.

Zu den Fischen:
Ich würde hier tatsächlich nicht von der Neonkrankheit ausgehen. Das ist zwar der naheliegenste Gedanke bei Neons, die blass werden, aber es liegt ja über die verschiedenen Arten hinweg ein Problem vor. Es heißt natürlich nicht, dass alle am Gleichen leiden/litten oder das nur ein Problem vorliegt, aber bei verkrümmter Wirbelsäule, Flecken auf der Haut, apathischem Verhalten, angeschwollenen Augen, schleimigem/fädigem Kot können verschiedene Endoparasiten (nicht nur Flagellaten, sondern bspw. auch Nematoden (Würmer)) aber auch Fischtuberkulose eine Möglichkeit sein. Auch Columnaris würde ich nicht komplett ausschließen als zumindest beteiligt. Ganz genau weiß man das aber wohl nur mit einem Laborbefund. Es gab früher Diagnose-Kits, mit denen man Proben nehmen und einschicken konnte. Hab auf die Schnelle jetzt aber nichts derartiges gefunden, wiß also nicht, ob das noch ein Ding ist. Die Bakterien, die Tuberkulose und Columnaris auslösen, sind aber ohnehin bei den meisten Fischen vorhanden, heißt selbst ein Nachweis muss kein Beleg für die jeweilige Erkrankung sein.
Mangelerscheinungen können ebenfalls beteiligt sein, oder eine zu einer starken Vermehrung von Erregern geführt haben, mit denen das Immunsystem vorher noch zurecht kam.

Da kommen wir dann zum Futter. Gefrostete Cyclops (Süß- oder Salzwasser? Gibt beides) und gefriergetrocknete Artemien sind ein Anfang - für carnivore Fische; aber auch hier wäre mehr Abwechslung und ein geeignetes Granulat zur Ergänzung wichtig. Guppys brauchen einen gewissen Anteil pflanzlicher Nahrungsbestandteile, in einem eingefahrern AQ bekommen sie davon auch einiges ohne Zufütterung, bei der Freilandhaltung im Sommer landet auch genug Pflanzenmaterial im Wasser. Im neuen AQ und mit der rein tierischen Fütterung und nur Frost/FD, könnte das ein Grund sein, warum bei denen das Problem zuerst auftrat. Auch Neons sind omnivor, haben aber einen anderen Verdauungstrakt als die Lebendgebährenden Zahnkarpfen, die kommen gut mit überwiegend tierischer Nahrung klar. Wenn die nicht zu einseitig ist und auch die nicht-energieliefernden Nährstoffe ausreichend zugeführt werden. Mangelerscheinungen sind auch hier wahrscheinlich.
Die Blauaugen sind (überwiegend) carnivor, aber auch die bräuchten mehr Abwechslung.
Mein Tipp hier wäre daher, ein carnivorengeeignetes Granulatfutter mit Beta-Glucan zu besorgen. Beta-1,3/1,6-Glucan ist ein immunmodulierendes Molekül, dass u.a. die Aktivität von Makrophagen (Fresszellen, gehören zur ersten Instanz des Immunsystems) steigert, bzw. inaktive Zellen aktiviert. Zudem sind Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt, was einen Mangel ausgleichen kann. Gerne auch mal Lebendfutter füttern, es wird ja warm, da kann man auf Balkon/Terrasse/im Garten Gefäße aufstellen, um Mückenlarven 'zu züchten'. Das wäre ein unproblematisches und kostenloses Lebendfutter.
Sollten irgendwann, wenn alle Probleme gelöst sind, noch mal Guppys einziehen, kann man denen bspw. auch mal kurz überbrühten Löwenzahn anbieten als zusätzliches Grünfutter.

Die häufigen Wasserwechsel vom Anfang würde ich wieder aufnehmen. Dabei auf möglichst wenig Stress für die Tiere achten (Wasser temperiert, nicht zu schnell einfüllen, ...). Die Naturheilmittel sind zwar generell eine gute Idee, aber bei der Größe von dem Becken richten die wenig mehr aus, als die Wasserqualität leicht positiv zu beeinflussen. An Herbstlaub und/oder Erlenzäpfchen darf gerne einiges mehr rein; weitere mögliche Naturheilmittel wären bspw. Ceylon-Zimtstangen oder Grüntee (am Besten Bio, natürlich nicht aromatisiert ;) ), gerade bei unbestimmter Ursache macht man damit wenig falsch, sollte sich an die Dosierung aber langsam herantasten. Auch weil der Grüntee durch Oxidation nach und nach zu 'Schwarztee' wird.
Um die Wasserqualität zu verbessern und die Keimdichte zu senken, könnte auch ein Oxidator Sinn machen - allerdings nicht während einer medikamentösen Behandlung, bei der man nicht weiß, ob die Wirkstoffe leicht zu oxidieren sind.

Mit eSHa Exit hast du ja bereits ein Kombi-Präparat verwendet, gegen Flagellaten behandelst du gerade. Wenn beides nicht anschlägt, würde ich erst mal von weiteren Medis Abstand nehmen und den Fokus auf die Reduzierung der Keimdichte mit Wasserwechseln und Naturheilmitteln, sowie das Aufpäppeln mit geeignetem Futter setzen.
Sollten Mykobakterien beteiligt sein, ist eine Behandlung ohnehin schwierig, vor allem ohne Ursachen zu beseitigen, die dazu geführt haben, dass es zum Krankheitsausbruch kam. Wenn es ein parasitärer Befall sein sollte, aber die Behandlung gegen Flagellaten nicht hilft, wären Nematoden zwar eine Möglichkeit, aber ohne Anhaltspunkte deswegen als nächstes mit einem Medi dagegen vorzugehen, macht keinen Sinn. Im Zweifel schwächt man die Tiere nur mehr.

Bei den Garnelen kann ich weniger sagen. Mutmaßlich werden die vom feinen Frostfutter mehr als genug abbekommen haben, aber im Gegensatz zu früher würde ich das heute nicht gleich als sehr problematisch ansehen. Aber wir hatten ein ncht ganz stabiles AQ mit ggf. hoher Keimdichte, das erhöht natürlich die Gefahr von Unverträglichkeiten bzw. eine hohe Keimlast kann auch das Immunsystem von Garnelen beeinträchtigen. Falls sich niemand mit mehr Expertise bei Garnelenkrankheiten meldet, und eine gezielte Behandlung vorschlagen kann, sollten die Maßnahmen von oben ggf. auch bei den Neocaridina etwas Linderung verschaffen. Btw.. hat Beta-Glucan selbst bei Wirbellosen eine immunmodulierende Wirkung.
 
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