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Wildfangschnecken und Planarien - Quarantäne Behandlung

Dieses Thema im Forum "GarnelenTom" wurde erstellt von GarnelenTom, 18 Juli 2016.

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Dieses Thema wird von 2 Benutzern beobachtet..
  1. GarnelenTom
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    GarnelenTom GF-Mitglied GF Supporter Autorisierter Partner

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    GarnelenTom 18 Juli 2016
    Wildfangschnecken und Planarien

    Der größte Schreck eines jeden Garnelen-Aquarium Besitzer ist, wenn er in seinem kleinen Biotop Parasiten wie z.B. Planarien entdeckt. Die Angst vor Planarien ist so groß (vielleicht auch angefeuert durch Meldungen in sozialen Medien wie Facebook), dass oftmals schon harmlose Scheibenwürmchen als Planarien gehalten werden.

    Warum ist die Angst vor Planarien eigentlich so groß?
    • Planarien haben im normalen Garnelen-Aquarium keine Feinde, sie können sich ungeniert vermehren
    • Sie sind äußerst robust, teilt man eine Planarie in 10 Teile, wachsen daraus 10 neue vollwertige Planarien
    • Planarien sind Aasfresser, wobei einige Arten auch an lebende Garnelen gehen, welche sie lähmen und dann über sie herfallen.
    • Sie sind sehr schwer zu bekämpfen, den die üblichen Mittel wie z.B. Panacur sind auch für viele Schneckenarten absolut tödlich. Nicht nur dass, in einem Aquarium, dass z.B. mit Panacur behandelt wurde kann mindestens 4-6 Monate keine neue Schnecke eingesetzt werden die empfindlich auf Panacur ist. Setzt man sie trotzdem ein, wird sie sehr schnell sterben.
    • Sterbende Planarien (evtl. durch Panacur o. ähnlichen Wurmmitteln) sondern einen Schleim ab, der hochgiftig für Garnelen ist.

    Falls man auf die Idee kommt das Aquarium neu aufzusetzen, Planarien bzw. deren Eier überstehen eine Menge "Desinfektions-Methoden" wie Hitze, längere Trockenheit oder eine Vielzahl anderer Desinfektionsmittel wie z. B. H202 (Wasserstoffperoxid).

    Wie schleppt man sich Planarien ein?
    • Mit Pflanzen oder Gegenständen die aus Aquarien stammen welche Planarien beinhalten
    • Mit Wildfangschnecken
    • Mit Importgarnelen, jedoch selten, dass hatte ich selbst bisher nur einmal selbst gesehen

    Ein größeres Problem sind Wildfangschnecken. Warum?
    Ich selbst hatte bereits mehrere Meldungen von Kunden, dass bei den bestellten Wildfangschnecken in der Transporttüte nach Ankunft Planarien gefunden wurden. Abgesehen davon, dass ich alle meine Haltungs- und Zuchtaquarien regelmäßig (auch nachts) auf Planarien überprüfe ist das jedesmal ein Schock für mich. Ein Schock in so fern, als das ich das Becken aus der dann diese Schnecken stammten gefühlt 20 mal täglich kontrolliere und auch nachts des öfteren die Runde mit der Taschenlampe mache. Wenn die Planarien schon in der Tüte mitgeliefert werden, dann muss es da doch im Schneckenbecken wimmeln? Nein, da wimmelt nichts, da sieht man nichts. Was nun und warum?
    Inzwischen weis ich, dass Planarien in Schnecken mitreisen können, wobei das war mir schon immer klar. Was mir nicht klar war ist, dass sehr viele Planarien in der Schnecke im Hohlraum unter dem Gehäuse sehr lange Zeit "parken" können. Eine Planarie kann ihren Stoffwechsel so zurückfahren, bzw. fängt in schlechten Zeiten an sich selbst zu verdauen (frisst sich selbst und schrumpft dabei). Werden die Bedingungen wieder besser, kommt sie hervor und schaut was es neues gibt (ggf. fressen?).

    Wie also das Risiko ausschalten, mit Wildfangschnecken Planarien in sein Garnelen-Aquarium zu holen?
    Als erstes, nicht immer bringen Wildfangschnecken Planarien mit! Aber es kann dennoch vorkommen wie die Praxis zeigt.
    Die beste Lösung wäre, neue Wildfangschnecken bevor sie ins eigentliche Garnelen-Aquarium kommen in Quarantäne zu setzen.

    Die Quarantäne-Einrichtung sieht so aus: ein nacktes kleines Aquarium mit Deckel (damit die Schnecken nicht türmen können), ein kleiner Filter, ggf. wenn nötig Heizung und ein Morkienwurzel-Holzstück (das Holz ist wichtig, davon ernähren sich eine Menge Schnecken).
    Gefüttert wird mit braunem Laub (es sollten immer ein paar Blätter im Aquarium sein), sowie Algensteine. Algensteine sind schnell selbst hergestellt, einfach z.B. Lavasteine befeuchten, mit Spirulina bestreuen und ab in den Ofen bei 60 Grad zum trocknen. Diese Steine dann ins Quarantäne-Aquarium legen bis das Spirulina abgefressen ist. Dann austauschen gegen neue.
    Im Quarantäne Aquarium muss / sollte mit Planarienfallen gearbeitet werden, so das Planarien auch aus den Schnecken gelockt werden durch das Futter in den Fallen.

    Es ist zu empfehlen die Schnecken 4 Wochen in diesem Quarantäne-Aquarium zu halten und die sich entwickelnde (unerwünschte) Fauna mit Taschenlampe und Lupe zu suchen / beobachten. Wird nichts unerwünschtes entdeckt, können die Schnecken nach der Zeit ins Zielaquarium. Wird jedoch unerwünschtes entdeckt, beginnt die Quarantäne von vorne, in einem blitzblanken, neu aufgesetztem Aquarium. Die Quarantäne ist sehr arbeitsintensiv und man muss "dran bleiben" um den gewünschten Effekt zu erreichen.

    Was kann ich als Garnelen Tom tun?
    Aus der Problematik, sich Planarien oder andere unerwünschte Fauna mit Wildfangschnecken einzufangen habe ich längere Zeit mit einem renommierten Schneckenzüchter diskutiert. Quarantäne Tests wurden durchgeführt und wir fanden eine Methode die Wildfangschnecken vor dem Verkauf zu "cleanen", respektive von unerwünschter möglicher Begleitfauna wie Planarien zu befreien. Ich werde von diesem Züchter "gesäuberte" Wildfänge im meinem Shop anbieten, die 100% von krabbelnden Parasiten frei sind. Der dahinter steckende Aufwand ist enorm, was den Preis für die Schnecken mehr oder weniger stark erhöht. Wir sind jedoch der Meinung, dass der Kunde entscheidet ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist und dieses Angebot auch dauerhaft angeboten werden kann in dem eine Nachfrage vorhanden ist.

    Alle von mir angebotenen und von Parasiten befreiten Wildfangschnecken sind in dieser Shop Rubik zu finden:

    garnelen-tom.de/zwerggarnelen-shop/Aus-Quarantaene-Haltung

    Liebe Grüße
    Tom
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  3. puschel 69
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    puschel 69 GF-Mitglied

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    puschel 69 21 Juli 2016
    Hallo Tom,
    super Erklärung.
    Finde Deine Erläuterung echt super.
    Habe in drei meiner 12 Garnelenbecken auch die kleinen Mistviecher drin,
    merke trotz der Biester aber eigentlich keinen Nachteil für die Garnelen.
    Obwohl der Vergleich 1 zu 1 zum Planarienfreien Becken ist natürlich schwer zu erkennen.
    Denke der Hype gegen Planarien ist berechtigt aber m.M. nach auch nen bisschen uebertrieben.
    Trotzdem für Antiparasitenfans eine sehr gute Idee, man Du mußt Zeit haben!! :thumbsup:

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