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5 Monate Dauer-Katastrophe: Chronisches Garnelensterben & Fischsterben – Liegt es am Kies?

Emundem

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Hallo zusammen,

ich schreibe euch heute, weil ich mit meinen Nerven am Ende bin. Seit wir vor 5 Monaten das 110-Liter-Aquarium meiner Tochter eingerichtet haben, jagt eine Katastrophe die nächste. Ich habe das Gefühl, egal was ich tue, es hört nicht auf, und ich bin mittlerweile komplett frustriert und erschöpft.

Meine Tochter wollte unbedingt ein "buntes" Becken mit farbigem Kies und Kunststoff-Deko (Stiefel, Fass), alles von Dehner Zoo. Ich habe versucht, ihr diesen Wunsch zu erfüllen, aber heute befürchte ich, dass genau diese Dinge der Ursprung unseres Unglücks sind.

Die bisherige Leidensgeschichte: Wir starteten unter anderem mit 8 Guppys. Davon lebt heute keiner mehr. Zuerst hatten wir mit Flagellaten zu kämpfen, und der Rest starb dann vermutlich durch den Stress meiner eigenen "Überaktivität", weil ich verzweifelt versucht habe, alles zu retten. Aktuell kämpfen wir bei den Neons gegen eine Krankheitswelle (Verdacht auf Neonkrankheit/bakteriell), weshalb wir massiv mit UV-C und Erlenzapfen arbeiten. Die verbleibenden Neons scheinen sich immerhin seit gut einer Woche zu erholen.

Das größte Rätsel ist aber das chronische Sterben unserer Bloody Mary Garnelen. Es zieht sich von Anfang an durch: Alle paar Wochen stirbt ein Tier am "White Ring of Death". Da sich von dem Stiefel und dem Fass bereits sichtbar die Farbe ablöste (beides vor Wochen entfernt), habe ich nun den Verdacht, dass der lackierte Kies das Wasser vergiftet.

Hier die harten Fakten:

- Was ist genau das Problem? Chronisches Sterben von Bloody Mary Garnelen durch Häutungsprobleme (horizontaler Riss im Nackenpanzer). Die Tiere wirken bis kurz vor dem Tod agil. Heute der 6. dokumentierte Fall. Es finden auch immer wieder erfolgreiche Häutungen statt, aber auf 2-3 Exuvien kommt eine tote Garnele. Zusätzlich bildet sich trotz guter Oberflächenbewegung durch Filter und UV-C eine hartnäckige Kahmhaut, die ich mechanisch entfernen muss.

- Seit wann tritt es auf? Seit Einsetzen der Garnelen vor zweieinhalb Monaten, schleichend alle paar Wochen.

- Wurde schon irgendetwas gemacht?

  • UV-C Klärer läuft seit 3 Wochen 24/7 (wegen Fischkrankheit).
  • 12 Erlenzapfen im Becken.
  • Heute erster Einsatz: Diploral (Mineralstoffe) zur Unterstützung der Häutung.
  • Bestellt: Aktivkohleschwamm für den Filter, um mögliche Giftstoffe aus dem Lack zu binden.
  • Seit 7 Wochen keine Medikamente.
  • Ich versuche die Kahmhaut über die Oberflächenbewegung in den Griff zu bekommen, aber sie kommt immer wieder.
- Wie lange läuft das Becken bereits? 5 Monate.
Wie groß ist das Becken? 110 Liter.
Wie wird es gefiltert? Standard-Innenfilter + UV-C Klärer im Dauerlauf (ursprünglich wg. Krankheitswelle bei den Fischen).
Welcher Bodengrund?
Kies und lackierter Farbkies von Dehner (fleckiges Lackbild).
Einrichtung: Pflanzen (Moos, Aufsitzer), 2 Wurzeln ebenfalls von Dehner, 12 Erlenzapfen. Instabile Deko (Stiefel/Fass) bereits entfernt.

- Wasserwerte (sehr stabil, nie Ausreißer gemessen):

  • KH: 6 | GH: 10 | pH: 7,0 | Temp: 23°C
  • Nitrit/Nitrat: Nicht nachweisbar.
- Wie oft Wasserwechsel? Wöchentlich ca. 20-30%.

- Besatz: 7 Neons (Restbestand), 9 Blauaugen (Pseudomugil Gertrudae), Restbestand Bloody Marys (ca. 12-13 von ursprünglich 25), Blasenschnecken. (8 Guppys sind bereits alle verstorben).

- Fütterung (nach Plan):

  • Fische: Cyclops (Frost), Artermia FD (sparsam).
  • Garnelen: Jeden 2. Tag ein Blatt Brennnessel (aus dem eigenen, chemiefreien Garten).

Meine Frage an euch:Ich bin nervlich wirklich fertig. Ich vermute eine schleichende Vergiftung durch den Kies, da die andere Deko derselben Marke ja schon versagt hat.
Das Problem: Die 7 Neons sind nach der letzten Krankheitswelle gerade erst wieder stabil und fressen gut. Ich habe Angst, dass ein sofortiger kompletter Kies-Tausch ihnen jetzt durch den Stress den Rest gibt.

Mein Plan: Aktivkohle-Dauereinsatz und Diploral, um Zeit zu gewinnen, und den Kies erst in ein paar Monaten zu tauschen, wenn Ruhe eingekehrt ist. Ist das realistisch oder ein Todesurteil für die restlichen Garnelen? Kann der Kies auch die Fische (Guppys/Neons) so geschwächt haben, dass sie so anfällig für Krankheiten waren?

Das Foto zeigt noch die inzwischen verstorbenen Guppys und die Plastik-Deko.

Ich danke euch für jedes Feedback!
 

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Hallo,
Nur ganz schnell von unterwegs:

Was für Medikamente gab es denn für die Fische? Seitdem ich einen kranken Betta im Becken behandelt habe und mir danach schleichend alle Garnelen in dem Becken weggestorben sind, bin ich vorsichtiger geworden. Hast du nach der Behandlung wirklich große Wasserwechsel gemacht? Ggf. das Filtermaterial getauscht? Und die Aktivkohle direkt nach der Behandlung genutzt, um die Medikamentenreste zu "binden"? Und die Aktivkohle danach regelmäßig ausgetauscht?

Farbkies (in schwarz) hab ich in allen Becken. Auch einiges an Kunstdeko. Deko wässere ich immer einige Zeit vor bei täglichen Wasserwechseln mit Wasseraufbereiter (den ich sowieso immer benutze).
 
Octocil gegen Flagellaten + anschließend Diploral wie vorgeschrieben, dann Esha Exit weil ich dachte, ein Neon hätte die Weißpünktchenkrankheit. Es waren dann nur irgendwelche Zysten. Das ist aber schon sieben Wochen her.
Und ja, habe danach 80% WW gemacht, dann Aktivkohle rein und die nach 2 Wochen wieder rausgenommen (also nicht dauerhaft).
Filtermaterial habe ich nicht komplett gewechselt, weil da ja die guten Bakterien drin sitzen. Die weiße Filterwatte habe ich zweimal getauscht (das letzte mal vor sechs Wochen, nach dem letzten Aktivkohle-Einsatz).
Die Deko habe ich rausgenommen, nachdem ich bemerkt hatte, dass die Farbe sich löst.
Und bei den Kieseln sieht man unterm Mikroskop, dass die Farbe nicht vollständig deckt, es gibt Stellen, wo der blanke Kies rausguckt. deutet meines Erachtens darauf hin, dass Farbe sich auch ablösen kann, oder?
 
Hier noch ein aktuelles Foto des Beckens und eines von der letzten toten Garnele von heute früh.
 

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Ich habe nur eine Frage: Wie lange hast du das Becken ohne Tiere sich einfahren lassen? Sprich nach wie vielen Tagen bzw. Wochen hast du die Fische und Garnelen eingesetzt. Hast du die Garnelen direkt ins Aquarium getan oder langsam mit Tröpfchenmethode an dein Aquariumwasser gewöhnt?
LG Winni
 
Die Garnelen kamen rein, als es gute zwei Monate gelaufen war, und zu dem Zeitpunkt waren schon zwei Antennenwelse (einen habe ich inzwischen wieder abgegeben), die Neons und die Guppys drin. Und ja, ich habe die Garnelen mit Tröpfchenmethode eingewöhnt. Aber selbst wenn nicht: Das sollte jetzt, drei Monate später, nicht mehr neue Todesfälle auslösen, oder?
 
Und bei den Kieseln sieht man unterm Mikroskop, dass die Farbe nicht vollständig deckt, es gibt Stellen, wo der blanke Kies rausguckt. deutet meines Erachtens darauf hin, dass Farbe sich auch ablösen kann, oder?
Nur zur Sicherheit: Der Farbkies ist idR Quarz, das mit einem gefärbten Harz ummantelt wird. Also keine Farbe im Wandanstrich-Sinne.
Ob das gut oder schlecht ist, da scheiden sich die Geister. Wenn du hier im Forum nach Farbkies suchst, wirst du hitzige Diskussionen finden. Ich hab noch nie was anderes benutzt und wage zu behaupten, dass alle Probleme in meinen Becken nicht ursächlich vom Kies auslöst wurden.

Entsprechend wäre er jetzt in deinem Fall auch nicht mein erster Verdachtsfall (was natürlich rein geraten ist). Ich würde basierend auf meinen Erfahrungen auf Medikamentenreste bzw deren Nachwehen hinarbeiten. Hast du noch ein zweites Becken oder hast die Möglichkeit eins aufzustellen? Muss nix dolles sein, Quarantänebecken reicht völlig aus (siehe unten). Dann wäre mein Weg nämlich die Garnelen rauszufangen. Und zu schauen, wie sie sich in einer "cleanen" Umgebung machen. Derweil im großen Becken einige Wochen große Wasserwechsel machen.

Wie groß sind die Garnelen eigentlich, die sterben? Waren sie bei Kauf schon ausgewachsen? Siehst du Nachwuchs (so die Fische das überhaupt zulassen)? Auch vom Dehner?
"Mein" Dehner hat gerne große, ausgewachsene, voll gefärbte Tiere im Angebot - die entsprechend eine kürzere Rest-Lebenserwartung haben.

Ggf. dann auch den Boden tauschen, wenn er dir Bauchweh bereitet (ehrlich gesagt würde ich das allein schon machen, weil die blauen Sprenkel mich an Schneckenkorn erinnern :) ). Geht ohne Garnelen drin evtl. einfacher. Was ist denn neben dem blauen Kies noch an Boden drin? Ggf auch Nährboden?

Anleitung für ein Garnelen-Quarantänebecken: https://www.garnelenhaus.de/wiki/das-quarantaenebecken
Ich würde mir zusätzlich zu den Brennesseln noch Garnelenfutter und braunes Laub holen, damit es "ausgewogener" wird. Und natürlich in so einem kleinen Volumen dann sehr sparsam füttern.
 
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