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Extrem minimalistisches Caridinasetup - erster Erfahrungsbericht

Caridinaos

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Hallo zusammen,

ich wollte einmal von einem kleinen Experiment berichten, das ich vor einigen Wochen gestartet habe und das mich bisher ehrlich gesagt ziemlich überrascht.

Auslöser war ein Erfahrungsbericht hier im Forum über die Haltung von Caridina in einem extrem minimalistischen Setup. Mit möglichst wenig Technik, sehr sparsam zu füttern und stattdessen auf Biofilm, Mikroorganismen und ein stabiles biologisches Gleichgewicht zu setzen. Da ich in der Vergangenheit immer wieder Phasen hatte, in denen meine Caridina zwar grundsätzlich liefen, die Vermehrung aber eher stagnierte oder vereinzelt Tiere ausfielen, dachte ich mir irgendwann: Warum nicht einfach selbst ausprobieren?

Also habe ich ein Becken mit ungefähr 20 Litern Volumen aufgesetzt. Die Einrichtung ist wirklich auf das absolute Minimum reduziert. Eine hauchdünne Soil-Schicht, etwas Javamoos, ein Seemandelbaumblatt, ein Walnussblatt und eine Lampe. Mehr ist da eigentlich nicht vorhanden. Wenn man vor dem Becken steht, denkt man fast, dass das so doch eigentlich gar nicht funktionieren dürfte. Drei Tage später sind dann die Blue Bolts eingezogen.

Zusätzlich habe ich – wie auch im ursprünglichen Erfahrungsbericht beschrieben – Cyclops eingesetzt. Der Leitwert liegt bei ungefähr 250 bis 300 µS/cm. Wasserwechsel wurden bisher sehr zurückhaltend durchgeführt. Der erste Wasserwechsel erfolgte erst nach rund drei Wochen und lag bei etwa 10 bis 15 Prozent.

Gefüttert wird ebenfalls sehr sparsam. Meistens gibt es abwechselnd Vogelmiere, Brennnessel oder gelegentlich ein überbrühtes Walnussblatt. Die Sachen bleiben maximal etwa einen Tag im Becken und werden anschließend wieder entfernt. Kunstfutter kam bisher gar nicht zum Einsatz.

Parallel dazu laufen bei mir noch zwei weitere Becken als Vergleich. Eines klassisch mit Dennerle Shrimp King Soil, Schwammfilter und längerer Einfahrzeit. Das andere mit Akadama als Bodengrund. Das Akadama-Becken wurde unter Zuhilfenahme von Bacter AE ungefähr vier Wochen eingefahren. Erst nachdem Nitrit nicht mehr nachweisbar war, wurden die Garnelen eingesetzt.

In das minimalistische Becken sowie in das Akadama-Becken kamen jeweils sieben Blue Bolts als Testgruppe (etwa 1-2Männchen und 5-6 Weibchen). Das klassische Becken ist etwas stärker besetzt, weshalb die Becken nicht zu hundert Prozent direkt vergleichbar sind.

Was mich bisher wirklich überrascht: Das minimalistische Becken läuft bislang vollkommen unauffällig. Keine Ausfälle, keine auffälligen Verhaltensweisen, keine Probleme trotz der aktuell recht hohen Temperaturen. Teilweise liegt die Temperatur bei mir aktuell nahe 26 °C, trotzdem zeigen die Tiere keinerlei Auffälligkeiten.

Besonders interessant: Die erste neu tragende Garnele habe ich bislang ausgerechnet im minimalistischen Becken entdeckt. Im Akadama-Becken konnte ich bisher noch kein tragendes Weibchen beobachten. Auch in meinen anderen laufenden Becken habe ich bislang keine neu tragenden Weibchen entdeckt. Natürlich ist das zum jetzigen Zeitpunkt noch keine belastbare Aussage und kann auch einfach Zufall sein, aber ich fand die Beobachtung dennoch bemerkenswert.

Natürlich ist mir bewusst, dass das Ganze noch kein Langzeitbericht ist. Nach einigen Wochen kann man noch keine endgültigen Schlüsse ziehen. Wirklich interessant wird es erst in den nächsten Monaten, wenn die ersten Jungtiere aufwachsen und man sehen kann, ob sich der bisherige Eindruck bestätigt.

Trotzdem wollte ich diese ersten Erfahrungen einmal teilen, weil ich selbst ehrlich gesagt nicht erwartet hätte, dass ein derart simples Setup bislang so stabil und problemlos läuft.

Ich werde das Ganze auf jeden Fall weiter beobachten und in einigen Monaten erneut berichten. Besonders gespannt bin ich darauf, wie sich die Vermehrung entwickelt und ob die ersten Jungtiere hochkommen.

Aktuell spiele ich sogar mit dem Gedanken, ob sich mit demselben Setup auch vermeintlich empfindlichere Hochzuchtgarnelen erfolgreich halten und vermehren lassen.
 

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Hi,

bezüglich der Frage, wie es aktuell in meinen anderen Becken läuft, wollte ich mal ein kleines Update geben.

Mein minimalistisches Setup läuft ehrlich gesagt weiterhin überraschend gut. Ich hatte bei den Blue Bolts zwar einen einzelnen Ausfall zu verzeichnen, seitdem aber gar nichts mehr. Die Tiere sind aktiv, fressen super und wirken insgesamt echt fit.

Das lief sogar so gut, dass ich mich getraut habe, dort noch etwas empfindlichere Tiere einzusetzen. Ich habe eine kleine Gruppe Orange-Eyes-Caridina aus einem Mischstamm zu einem wirklich guten Preis bekommen und musste einfach zuschlagen. Die sitzen jetzt seit ungefähr ner Woche in dem Becken und bisher hatte ich dort keinen einzigen Ausfall. Bis jetzt macht das Ganze also wirklich einen richtig guten Eindruck.

Daneben habe ich das gleiche minimalistische Setup noch einmal aufgebaut. Dort sitzen jetzt meine Red Devils. Das war eher eine kleine Gruppe, die ich aufgrund der Populationsgröße sehr günstig bekommen habe. Leider musste ich heute Morgen einen Ausfall verzeichnen. Gestartet bin ich mit sieben Tieren, aktuell sind es noch sechs. Ansonsten laufen sie aber bislang ebenfalls unauffällig.

Zum Akadama-Becken: Dort habe ich wirklich das günstigste Akadama genommen, das ich bei Amazon finden konnte. Auch das läuft bisher ordentlich. Breeding konnte ich dort zwar noch nicht beobachten, also ich habe bislang noch kein tragendes Weibchen entdeckt, aber abgesehen von einem einzelnen Ausfall läuft das Becken stabil und die Tiere zeigen keine Auffälligkeiten.

Die Blue Bolts, die ursprünglich im minimalistischen Setup als Testgruppe saßen und dort auch bereits das erste tragende Weibchen verzeichnet hatten, habe ich inzwischen in das Akadama-Becken umgesetzt. Vermutlich hat das Umsetzen einem Tier nicht gutgetan, denn etwa einen Tag später musste ich dort leider einen einzelnen Ausfall verzeichnen. Seitdem läuft das Becken aber ebenfalls stabil.

Etwas anders sieht es leider in meinem klassischen Setup aus. Das ist, glaube ich 54er-Becken, das ich mit Trennscheiben in drei Abteile unterteilt habe. Jedes Abteil fasst ungefähr zwölf Liter Wasser und läuft mit etwa einem Zentimeter Soil sowie einem Schwammfilter.

Rückblickend würde ich die Trennscheiben wahrscheinlich etwas anders planen. Sie sind relativ niedrig, wodurch die einzelnen Abteile letztendlich nur auf rund zwölf Liter Wasservolumen kommen. Vielleicht ist das auf Dauer einfach etwas wenig. Ob das tatsächlich die Ursache für die Probleme ist, kann ich natürlich nicht sicher sagen, aber natürlich, erschwert das geringe Wasservolumen die Sache ein wenig.

Leider läuft dieses Becken aktuell mit Abstand am schwächsten. Immer mal wieder gibt es einzelne Ausfälle und mit der Vermehrung klappt es bislang überhaupt nicht so, wie ich es mir wünschen würde.

In den nächsten drei bis vier Wochen steht bei meinem minimalistischen Setup dann das an, was auch im ursprünglichen Erfahrungsbericht beschrieben wurde. Ich werde ungefähr ein Viertel der dünnen Soil-Schicht absaugen und durch frischen Soil ersetzen und dann beobachten, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Stand jetzt würde ich meine Becken tatsächlich so einordnen:

  1. Minimalistisches Setup
  2. Akadama-Setup
  3. Klassisches Soil-/Schwammfilter-Setup
Natürlich ist das alles noch keine Langzeiterfahrung, vergleiche aufgrund der Beckengröße etc. auch nicht 1zu1 möglich. Aber die ersten Wochen laufen einfach deutlich besser, als ich erwartet hätte.

Deshalb spiele ich aktuell mit einem weiteren Versuch – beziehungsweise bin eigentlich schon dabei. Ich möchte das minimalistische Setup im Grunde eins zu eins übernehmen: eine hauchdünne Soil-Schicht, sehr sparsame Fütterung, Cyclops und regelmäßiger teilweiser Soilwechsel. Zusätzlich möchte ich aber einen kleinen Schwammfilter einsetzen. Nicht, weil das jetzige Setup Probleme macht, sondern einfach aus Interesse, ob sich die Vorteile des minimalistischen Ansatzes mit einer leichten biologischen Filterung kombinieren lassen. Ein kleiner Schwammfilter dürfte ja kaum Nachteile mit sich bringen, sorgt aber für etwas mehr Sauerstoffeintrag und bietet zusätzliche Besiedlungsfläche für Bakterien.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Ganze in den nächsten Monaten entwickelt. Vielleicht war bei mir am Ende gar nicht zu wenig Technik das Problem, sondern eher, dass ich früher zu viel gemacht und zu viel optimieren wollte. Bisher macht der einfache Ansatz jedenfalls weiterhin einen erstaunlich guten Eindruck.

Viele Grüße!
 
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