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Häutung und Wachstum bei Zwerggarnelen

8 August 2014
Häutung und Wachstum bei Zwerggarnelen
  • Häutung und Wachstum bei Zwerggarnelen

    Das Außenskelett (Exoskelett) einer Garnele besteht aus Chitin, einem celluloseähnlichen Polysaccharid (Mehrfachzucker), und dem Strukturprotein Athropodin, das dem Panzer Festigkeit und Elastizität verleiht. Die eingelagerten Mineralien, vor allem Kalk, geben der Kutikula zusätzliche Härte und Formstabilität, nehmen ihr allerdings die Fähigkeit der Dehnung.

    Um überhaupt wachsen zu können, müssen sich Garnelen in regelmäßigen Abständen häuten. Dies ist ein komplizierter und nicht ganz ungefährlicher Vorgang im Leben unserer Zwerggarnelen. Im Schnitt häuten sie sich alle vier bis sechs Wochen. Bei Fächer- und Großarmgarnelen ist der Zeitraum zwischen den Häutungen bedeutend länger. Je nach Alter und Größe kommt es nur zweimal jährlich zur Häutung.

    Wird der Panzer zu eng für die Garnele, verstärkt das sogenannte Y-Organ (die Häutungsdrüse) seine Aktivität, schüttet das Häutungshormon Ecdyson aus und initiiert so den Häutungsprozess. Um die starre Hülle ablegen zu können, muss sie elastisch werden. Das geschieht durch Auslagern von Kalzium. Der für das spätere Aushärten des neuen Panzers wichtige Kalk stammt aus den Magensteinen (Gastrolithen).

    Gehäutet werden alle Körperanhänge. Dazu zählen Augen, Fühler Beine, die Kiemen und selbst Teile des Kaumagens. Der Garnelenpanzer platzt an der Naht zwischen Brustpanzer und Hinterleib auf und die Garnele zieht Fühler und Beine aus der alten Hülle. Mit einem kräftigen Schlag befreit sie auch ihren Hinterleib von der alten Haut. Dieser Vorgang dauert meist nur wenige Sekunden. Als Produkt bleibt der leere Panzer (Exuvie) zurück. Er ist wie ein genaues Abbild der Garnele und wird von Haltern auf den ersten Blick auch mal für ein totes Tier gehalten.

    Yannick_Häutung.jpg

    Taiwanbee-Mischling (Weibchen) bei der Häutung.[1]

    Nach der Häutung sind die Garnelen sehr verletzlich, da die neue Haut noch sehr weich ist. Der neue Panzer ist anfangs kleiner als der alte. Deshalb nimmt die Garnele nach der Häutung Wasser auf, um den Panzer regelrecht aufzupumpen. Dieser Vorgang vergrößert das neue Kleid. Die Häutung ist für die Tiere ein kritischer Moment. Sie sind nach dem Häutungsvorgang sehr verletzlich und ziehen sich dann gerne zurück. In einem artgerechten Becken sollte es deshalb genug Rückzugsmöglichkeiten für die Garnelen geben. Gerade wenn sich im Becken potentielle Fressfeinde befinden. Oft findet die Häutung auch während den Nachstunden statt.[2]

    Häutungsprobleme

    Leider gibt es bei der Häutung auch hin und wieder Probleme. Dabei bleibt die Garnele in der alten Haut stecken und stirbt. Als Halter kann man in diesem Fall leider wenig unternehmen.

    Warum kommt es zu Häutungsproblemen?

    Generell ist die Häutungsphase für die Tiere sehr anstrengend. Wie bereits erwähnt werden auch die Kiemen gehäutet, dadurch müssen die Tiere kurzzeitig ohne Sauerstoff auskommen. Für bereits geschwächte Tiere kann die Häutung zu anstrengend sein und endet mit dem Tod der Garnelen. Warum die Tiere geschwächt sind, kann verschiedene Ursachen haben.
    Das primäre Ziel eines jeder Halters sollte natürlich sein, solche Probleme zu vermeiden. Nachfolgend sind einige mögliche Ursachen für Häutungsprobleme zu finden. Dabei ist zu erwähnen, dass, wie so oft in der Aquaristik, es sehr viele unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema gibt.

    - Die Garnelen wurden zu schnell in ein neues Aquarium umgesetzt bzw. eingesetzt: Ob das Umsetzen erfolgreich war, zeigt sich spätestens bei der ersten Häutung im neuen Zuhause. Durch unsachgemäßes Umsetzen kann es aber selbst nach Wochen noch zu Ausfällen kommen.

    - Zu proteinreiche Ernährung: Proteinreiche Ernährung führt zu verstärktem Wachstum und verfrühter Häutung, obwohl der neue Panzer noch nicht fertig ausgebildet ist. Die Tiere sollten daher möglichst energiearm ernährt werden.

    - Nicht artgerechte Wasserwerte: Zu hohe Konzentrationen an Nitrit und/oder Nitrat sowie zu wenig Sauerstoff sind häufig der Grund für Häutungsprobleme. Desweiteren sind manche Arten sehr empfindlich gegenüber dem pH-Wert oder dessen Schwankungen sowie der Karbonat(Kh)- und Gesamthärte (Gh).

    - Altersschwäche: Viele Arten aus der Familie der Zwerggarnelen werden nur knapp 2 Jahre alt. Die Häutung stellt eine große Anstrengung für den Organismus dar, sodass alte schwache Tiere daran eher sterben als junge Garnelen.

    - Krankheit: Auch für erkrankte Garnelen kann der Häutungsvorgang zu anstrengend sein.

    - Zu geringe Gesamthärte (Gh) (<4-5): Auch dies kann zu Problemen bei der Häutung führen, da die Garnelen nicht genügend Mineralien aus dem Wasser ziehen können, die zur Bildung des neuen Panzers aber zwingend notwendig sind.

    -Häufige Wasserwechsel mit zu kaltem Wasser: Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser regt die Tiere zur Häutung an. Wird dies aber zu oft und mit zu kaltem Wasser gemacht, so kann dies auch zur sogenannten Schockhäutungen führen.[3]

    [1]Tolle Aufnahme von Yannick92,
    [2]Reinhard Pekny, Chris Lukhaup: Süßwassergarnelen, 5. Auflage 2012, GU
    [3]Wikibooks, Haltung von Süßwassergarnelen: Häutung
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