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Garnelentaugliche Medikamente

18 Oktober 2013
Garnelentaugliche Medikamente
  • Insbesondere in Aquarien, in denen sich unsere kleinen Krabbler das Reich mit Fischen teilen, kommt man gelegentlich nicht umhin, mit Medikamenteneinsatz einer Krankheit zu begegnen.
    Nun ist aber schon vielen Aquarianern bekannt, dass nicht alle Medikamente in der Aquaristik auch für Wirbellose und speziell Garnelen verträglich sind. Manche können gar tödlich sein.

    Um hier den Überblick zu wahren, sollte man sich etwas mit den Wirkstoffen auseinander setzen, die in diesen Medikamenten zum Eisatz kommen.

    Zu den am häufigsten verwendeten Wirkstoffen gehören verschiedene Farbstoffe, zumeist Triphenylmethanfarbstoffe und Acridinderivate, aber auch Kupferverbindungen, quartäre Ammoniumverbindungen, Salz und Formaldehyd.


    Triphenymethanfarbstoffe
    In diese Gruppe gehören für Garnelen in den üblichen Dosen geeignete Wirkstoffe, nämlich

    - Malachitgrün
    - das nahe verwandte, oft synonym verwendete Brillantgrün
    - Kristallviolett
    - Fuchsin, das teilweise unter das eigentliche Kristallviolett gemischt wird. Es kann also unter dieser Bezeichnung Kristallviolett als Reinstoff gemeint sein, oder eine Mischung aus Kristallviolett und Fuchsin.

    Einsatz finden diese Substanzen aufgrund von antiseptischen, antibakteriellen, antiparasitären und antimykotischen Wirkungen. Entsprechend zu finden sind sie in Mitteln gegen bakterielle Infektionen, Verpilzungen und parasitären Befall (Ichthyo, Piscinoodinium).

    Acridinderivate
    Auch die Vertreter dieser Gruppe gelten für Garnelen in den üblichen Dosen als sicher. Zu nennen wären

    - Ethacridin (meist als Salz der Milchsäure)
    - Acriflaviniumchlorid
    - Aminoacridinhydrochlorid

    Sie zeigen antibakterielle, teilweise auch antiparasitäre, antimykotische und gar antivirale Wirkung. Auch gegen verschiedene andere Einzeller können sie wirksam sein.
    Zum Einsatz kommen sie hauptsächlich in Medikamenten gegen bakterielle Infektionen, aber auch gegen Hauttrüber (wie Flagellaten) und Haut- und Kiemenwürmer.

    Sonstige Farbstoffe
    - Methylenblau (ein Phenothiazin-Derivat), Einsatz als Antiseptikum und gegen Parasiten. Kann bei Garnelen verwendet werden.

    Kupferverbindungen
    Es werden hauptsächlich Kupfersulfat und Kupferchlorid verwendet. Kupfer ist zwar für Garnelen einerseits essentiell, da ihr Blutfarbstoff, das Hämocyanin (in Analogie zum Hämoglobin), darauf aufbaut, gleichzeitig kann es aber schon in Spuren hoch giftig sein. Eine genaue Toxizitätsgrenze des Kupferwertes kann nicht angegeben werden, da diese von verschiedenen Parametern wie Wasserhärte, pH-Wert, Temperatur und der Garnelenart abhängt. Kupferhaltige Medikamente sind daher unbedingt zu vermeiden!

    Quartäre Ammoniumverbindungen
    hier ist in erster Linie Benzalkoniumchlorid zu nennen. Es wird weitläufig zur Desinfektion und Konservierung eingesetzt. Auch das immer öfter auftauchende Desamar besteht aus einer Mischung quartärer Ammoniumverbindungen.
    Wirkungen werden erzielt gegen Bakterien, Pilze, Hefen, Algen, einzellige Parasiten und teilweise auch Viren.
    In für besetzte Aquarien und Teiche angegebenen Dosen sind diese Substanzen unbedenklich für Garnelen.

    Salz, Natriumchlorid
    Viele Erreger in der Süßwasseraquaristik sind halophob, das heißt, sie vertragen kein Salz. Daher wird dieses nicht nur häufig als Hausmittel verwendet, sondern ist teilweise auch Bestandteil käuflicher Medikamente.
    Generell gilt Salz als unbedenklich, jedoch ist anzumerken, das teilweise höhere Salzkonzentrationen für eine Behandlung nötig sind, was bei Garnelen problematisch sein kann, die an niedrige Leitwerte angepasst sind.

    Formaldehyd
    Formaldehyd wird zur Desinfektion, sowie zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen, Parasiten und Pilzinfektionen verwendet. Es ist eine hochgiftige Substanz, die aber in starker Verdünnung zum Einsatz kommt.
    Es gibt widersprüchliche Berichte, laut denen zum einen Garnelen eine Behandlung mit Formalin unbeschadet überstanden, zum andern aber auch Todesfälle zu beklagen waren, wobei einzig in Frage kommender Bestandteil Formaldehyd sein konnte.
    Zwar macht grundsätzlich die Dosis das Gift (bzw. werden auch hier die Wasserparameter mit Einfluss nehmen), aber aufgrund der generellen Bedenklichkeit der Substanz sollte möglichst auf Medikamente, die diesen Wirkstoff enthalten, verzichtet werden. Und das auch bei Fischen.



    Der Übersicht halber wird dieser Beitrag noch mit einer Tabelle ergänzt, die Medikamente, ihre Wirkstoffe und daraus abgeleitet ihre Eignung für garnelenbesetzte Aquarien auflistet.


    Autor: NebelGeîst