Im Garnelenhaus-Onlineshop bieten wir eine große Auswahl an Garnelen, Schnecken, Wasserpflanzen, Aquascaping uvm. Fraku Garnelentom
  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

008 Das passende Wasser

23 September 2018
008 Das passende Wasser
  • Wie man zum passenden Wasser kommt
    Wie zuvor bereits beschrieben ist es für die Garnelenwichtig von ihrem Halter das passende Wasser geboten zu bekommen. Leider ist es in den wenigsten Fällen so, dass das Wasserwerk einem das Top-Wasser frei Haus liefert und es ist ggf. ein wenig Aufwand nötig um zum passenden Wasser zu kommen. Je nach gehaltener Art unterscheiden sich die Ansprüche an das Wasser und auch der Weg zum Ziel ein wenig anders.

    a) Neocaridina Arten

    Wer schon einmal den Blick in die verlinkten Artensteckbriefe geworfen hat, hat bereits bemerkt, dass die Neos mit einem weiten Bereich unterschiedlicher Wasserwerte zufrieden sind. Daher ist es meistens problemlos möglich sie in Leitungswasser zu halten.

    Da es „das“ Leitungswasser nicht gibt und regionale Unterschiede recht deutlich sein können, empfiehlt es ich ein Schraubglas mit „seinem“ Leitungswasser (randvoll und ohne Luft) in das örtliche Zoogeschäft zu tragen und die wichtigen Wasserparameter (GH, KH und pH) messen zu lassen. Dann hat man Gewissheit, dass auch alles passt.

    Ein paar Kleinigkeiten sollte man jedoch beim Wasserzapfen auch beachten: Je nach Material und Alter der Wasserleitungen kann es unter Umständen sein, dass sich Kupfer im Wasser befindet. Für uns Menschen ist das nicht wirklich schlimm, solange bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden. Garnelen reagieren allerdings äußerst sensibel auf Kupfer im Wasser und quittieren das zumeist mit ihrem Ableben. Daher sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen treffen:


    · Nie Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden,

    · Wasser am besten nach dem Baden oder Duschen zapfen, da dann kein abgestandenes Wasser mehr in den Leitungen ist,

    · Sich vom findigen Händler keinen Kupfertest andrehen lassen. Der ist für Garnelen nicht empfindlich genug und zeigt erst dann etwas an, wenn die Shrimps schon umgefallen sind.

    · Im Zweifelsfall Wasseraufbereiter verwenden. Hierbei auf einen Aufbereiter auf Basis eines Zeolith zurückgreifen.


    b) Caridina-Arten

    Caridinas mögen im Regelfall weiches Wasser. Leider bekommen das nur ganz „vom Universum schwer begünstigte“ Halter aus dem Wasserhahn. Daher muss man eigentlich immer Wasseraufbereitung betreiben. Am einfachsten geht dies, wenn man entmineralisiertes Wasser (Osmosewasser oder destilliertes Wasser) verwendet, welches (fast) keine gelösten Stoffe mehr enthält. Mit diesem frei formbaren Ausgangswasser kann man dann Zugabe der notwendigen Mineralstoffe das passende Wasser mixen. Zur Einstellung der passenden Wasserwerte gibt es spezielle Mineralsalze für Bienengarnelen, welches man dem Wasser zugibt. Wieviel, entnimmt am besten der Beschreibung des jeweiligen Herstellers. Wichtig bei der Auswahl des passenden Mineralsalzes ist, dass es die GH und KH im richtigen Verhältnis anhebt. Da die meisten Caridinas eine GH von etwa 6 und eine KH von 0-1 bevorzugen (es gibt da auch Ausnahmen, z.B. Tigergarnelen), sollte ein Aufhärtesalz so gut wie keine Mineralien enthalten, die die KH anheben würden.

    Meistens erkennt man diese Salze an der Bezeichnung GH+. Bei den speziellen Salzen für Garnelen ist meistens auch Garnelenart angegeben, für welche das Salz normalerweise gedacht ist.

    Ok, nehmen wir nun einmal an, dass unser Wunschwasser nicht einfach so aus dem Wasserhahn kommt. Um nun mit einem entsprechenden Aufhärtesalz arbeiten zu können, bedarf es nun erstmal „reinen“ Wassers. Das bedeutet nichts anders, als dass man entmineralisiertes Wasser benötigt, um freie Hand beim Mixen des Wunschwassers zu haben.

    Wo kommt nun dieses Wasser her?

    Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, um Wasser zu entmineralisieren. Hier wären die Destillation, das Ionentauscherverfahren und das Osmoseverfahren zu nennen.

    Für den Hausgebrauch spielt die Destillation keine wirkliche Rolle, denn dieses Verfahren ist sehr energieaufwändig und findet auch industriell nur dort statt, wo entsprechend große Wärmemengen quasi über sind und so noch genutzt werden können.

    Für den Hausgebrauch bieten sich daher das Umkehrosmoseverfahren und der Ionentauscher an.

    Was man nun für sich wählt, hängt von der benötigten Wassermenge ab, und welchen Aufwand man auch betreiben möchte.

    a) Umkehrosmoseverfahren

    Beim Umkehrosmoseverfahren wird das Wasser, stark vereinfacht ausgedrückt, durch ein sehr feines Sieb (Membran) gepresst. Daher kommt der Nutzwasserseite der Osmoseanlage fast völlig reines Wasser heraus, welches mit Mineralsalzen in seinen Eigenschaften angepasst werden kann.

    Eine wichtige Kennzahl zur Einschätzung der Leistung einer Osmoseanlage ist das Nutzwasser.Abwasserverhältnis. Es drückt aus, wieviel Reinwasser man aus einer bestimmten Menge Ausgangswasser bekommt. Bei den gebräuchlichen Hobbyanlagen ist eine Nutzwasser-Abwasserverhältnis von 1:4 üblich. Es bedeutete, dass man 5 Teile Ausgangswasser durch die Anlage schicken muss, um 1 Teil Reinwasser und 4 Teile Abwasser zu erhalten.

    Das klingt jetzt erstmal nach sehr viel Abwasser. Dies stimmt aber nur sehr eingeschränkt, denn bei „Abwasser“ denken wir automatisch an eine eklige Brühe, die durch den Kanal rinnt. Dies ist aber bei einer Osmoseanlage überhaupt nicht der Fall: Man muss sich nur einmal bewusstmachen, dass sich die Stoffe, die man mit der Osmoseanlage aus dem 1 Teil Reinwasser filtert, bei einem Reinwasser-Abwasserverhältnis von 1:4 auf die 4-fache Menge „Abwasser“ verteilt, um das Reinwasser zu erhalten. Somit ist das Abwasser nicht wirklich Abwasser und muss weggeschüttet werden.

    Es eignet sich weiterhin super zum Pflanzen gießen, als Putzwasser oder um Badewasser auf eine angenehme Temperatur zu bringen.



    b) Ionentauscher

    Beim Ionentauscher unterscheidet man zwischen Anionen- und Kationentauschern. Während der Anionentauscher die Ionen herausfiltert, die eine negative Ladung tragen (Cl-, SO42- usw.), filtert der Kationentauscher die Ionen mit einer positiven Ladung aus dem Wasser (K+, Na+ usw.). Wenn man sich die Funktionsweise genau anschaut, so handelt es sich in beiden Fällen um ein Kunstharzgranulat, welches an seiner Oberfläche spezielle funktionelle Gruppen trägt, die die entsprechenden Ionen einfangen. Sind alle Plätze für einzufangenden Ionen besetzt, so muss das Harz regeneriert werden. Im Falle des Kationenharzes geschieht dies mit Salzsäure, beim Anionenharz mit Natronlauge.

    Für den Umgang mit beiden Substanzen gebraucht man schon ein wenig chemisches Verständnis und bei kleinen Wassermengen muss man sich wirklich fragen, ob sich dieser Weg lohnt.

    Ein Mittelding stellt der Mischbettentsalzer dar, dessen Kunstharzgranulat beide Arten von funktionellen Gruppen enthält. Dadurch kann er in einem Rutsch sowohl Kationen als auch Anionen entfernen. Der Nachteil hierbei ist jedoch, dass sich die Mischbettharze nicht zuhause regenerieren lassen. Sind sie verbraucht, bleibt nur der Komplettaustausch.



    c) Die Zoohandlung oder die Drogerie

    Eine weitere Möglichkeit an entmineralisiertes Wasser zu gelangen stellt die örtliche Drogerie dar. Hier wir destilliertes Wasser in 5L Kanistern angeboten. Dieses Wasser wird zwar meistens industriell nicht auf dem Wege der Destillation gewonnen, ist aber für unsere Zwecke gut geeignet, wenn es als aquarientauglich gekennzeichnet ist.

    Mit ca. 1,50€ sind 5L dieses Wassers durchaus noch erschwinglich, wenn man damit nur ein kleines Nanoaquarium betreiben will. Denn für ein 20-30L Becken reichen 1-2 Kanister dieses Wassers pro Woche um damit den notwendigen Wasserwechsel durchzuführen. Muss man bei Problem häufigere und größere Wasserwechsel durchführen, so verschiebt sich dies natürlich.

    In größeren Städten finden sich auch häufig Zoohandlungen die entmineralisiertes oder Osmosewasser anbieten, da sie für ihre Verkaufsanlagen sowieso große Wassermengen benötigen. Hier kann man auch günstig an Wasser kommen.

    Ein Nachteil dieses Vorgehens ist jedoch, dass man nicht regelmäßig Kanister heimschleppen muss, sondern auch immer eine komplette Beckenfüllung bevorraten sollte, um für Notfälle außerhalb der Ladenöffnungszeiten gerüstet zu sein.



    Welchen Weg gehen?

    Für den Normalanwender bietet die Osmoseanlage mit ca. 50€ Anschaffungspreis das beste Preis-Leistungsverhältnis und auch die Folgekosten, sowie der Wartungsaufwand sind moderat. Daher kann man hier guten Gewissens zu einer Osmoseanlage raten.



    Für den Kauf einer Osmoseanlage sollte man folgende Punkte berücksichtigen:

    · Welcher Wasserdruck ist auf der Leitung? Osmoseanlagen sollten bei etwa 3 bar betrieben werden, um effizient zu sein. Dies ist nicht an allen Hausanschlüssen gegeben. Fehlt es an Druck, so sollte eine Anlage mit Druckerhöhungspumpe angeschafft werden.

    · Die Anlage sollte über ein Spülventil verfügen. Während des Betriebs sammeln sich natürlich auch allerlei Inhaltsstoffe des Wassers an der Membran. Dies kann die Lebensdauer verkürzen. Verfügt die Anlage über ein Spülventil, so ist es möglich die Membran durch regelmäßige Spülung zu reinigen und ihre Lebensdauer zu erhöhen.

    · Vorher über den Anschluss der Anlage nachdenken. Eine Osmoseanlage muss zwingend an einen Kaltwasseranschluss angeschlossen werden. Warmes oder gar heißes Wasser schadet der Membran und kann die Anlage zerstören.

    Was benötigt man noch?

    Ein nicht zu unterschätzendes Hilfsmittel zur Herstellung des Wunschwassers ist ein Leitwertmessgerät. Die meisten Aufhärtesalze geben nicht nur die Wasserwerte an, die das Salz bei einer bestimmten Dosierung erzeugt, sondern geben außerdem an, welchem Leitwert dies entspricht.

    Vorteil hiervon ist, dass man einfach nur solange Aufhärtesalz in das Wasser einrühren muss, bis das Leitwertmessgerät den entsprechenden Leitwert anzeigt. Die Wasserwerte passen dann automatisch.

    In unseren Breiten hat es sich eingebürgert hierbei den Leitwert in der Einheit µS/cm zu verwenden, während auf der anderen Seite des großen Teichs gerne mit ppm gearbeitet wird. Man kann beide Einheiten ineinander umrechnen, allerdings kann man sich das auch ersparen, indem man gleich ein Gerät kauft, welches in µS anzeigt.



    Wichtig: Wasser wird IMMER außerhalb des Aquariums zubereitet und erst bei passenden Werten ins Becken gegeben.Dies schließt auch die Temperatur mit ein. Leitungskalt ist nicht gleich Aquarium.